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pte20151102013 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

Hitzegesteuerte "Granaten" bekämpfen Krebs direkt

Medikamente gelangen in Körper und werden in Tumoren freigesetzt


Liposome: Gezielte Krebstherapie möglich (Foto: manchester.ac.uk, K. Kostarelos)
Liposome: Gezielte Krebstherapie möglich (Foto: manchester.ac.uk, K. Kostarelos)

Manchester (pte013/02.11.2015/10:30) - Wissenschaftler der University of Manchester http://manchester.ac.uk haben mikroskopische "Granaten" entwickelt, die ihre krebsabtötende Ladung in Tumoren freisetzen. Das Team um Kostas Kostarelos plant den Einsatz von Liposomen, also winzigen Fettbläschen, die Substanzen durch den Körper transportieren und bei einer Erhöhung ihrer Temperatur toxische Medikamente abgeben.

Nebenwirkungen verhindern

Mit dem neuen Verfahren sollen Nebenwirkungen verhindert werden, indem sichergestellt wird, dass die Medikamente nur auf den Tumor abzielen. Die Studienergebnisse werden auf der derzeit in Liverpool stattfindenden Konferenz des National Cancer Research Institute http://www.ncri.org.uk der Öffentlichkeit vorgestellt.

Das Problem der Nutzung von Liposomen zur Behandlung von Krebs besteht darin, Medikamente direkt beim Ziel freizusetzen. Das Nanomedicine Lab http://nanomedicinelab.com in Manchester hat Liposome entwickelt, die bei normaler Körpertemperatur wasserdicht sind. Wird die Temperatur jedoch auf 42 Grad Celsius erhöht, werden sie durchlässig.

Betroffene Stellen erwärmen

Laut Kostarelos liegt die Problematik darin, dass Liposome bei 37 Grad Celsius stabil sind, keine Krebsmedikamente abgegeben und bei 42 Grad Celsius wirken. Der Experte schlägt daher vor, dass Heizkissen bei Krebserkrankungen der Haut, des Kopfes oder des Nackens eingesetzt werden können, um die Tumore an der Oberfläche des Körpers zu erwärmen.

Sonden könnten Tumore laut Kostarelos im Inneren des Körpers erwärmen. Es wird auch überlegt, dafür Ultraschall einzusetzen. Erste Tests an Mäusen mit Melanomen haben gezeigt, dass durch den Einsatz der "Granaten" mehr Medikamente in den Tumoren appliziert wurden. Dadurch kam es zu einer leichten Verbesserung der Überlebensraten. Laut dem Wissenschaftler werden ähnliche Verfahren bereits an Patienten gestestet.

(Ende)
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Ansprechpartner: Michaela Monschein
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