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pte20130215004 Unternehmen/Wirtschaft, Politik/Recht

Italien: Firmeninsolvenzen auf neuem Rekordhoch

104.000 Schließungen im Vorjahr - Wahlkampf in heißer Phase


Colloseum: Firmen melden öfter Konkurs an (Foto: pixelio.de/thopix)
Colloseum: Firmen melden öfter Konkurs an (Foto: pixelio.de/thopix)

Rom (pte004/15.02.2013/06:15) - Im vergangenen Jahr sind in Italien bei insgesamt 104.000 Unternehmen die Lichter ausgegangen. Dieses Ausmaß an Firmenschließungen ist beispiellos und hat sogar noch den bisherigen Rekordwert aus dem Jahr 2011 um 2,2 Prozent übertroffen. Hervor geht dieses Ergebnis aus einer Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Cerved http://cerved.com . Es zeigt zudem, dass Unternehmer auf der sonnige Apenninenhalbinsel weiterhin mit den vorherrschenden widrigen wirtschaftlichen Bedingungen zu kämpfen haben.

Dienstleistungssektor leidet

Italien befindet sich mitten in der heißen Wahlkampfphase. Das Thema, das die Menschen in dem Land am meisten beschäftigt, ist zweifellos die Wirtschaft. Während der Sozialdemokrat Pierluigi Bersani seit Monaten als Favorit für das Amt im Palazzo Chigi gilt, holt Ex-Premier Berlusconi in den Umfragen immer weiter auf. Er plant große Steuersenkungen im Falle seiner Wiederwahl, auch für Unternehmen. "Der nun erreichte Gipfel an landesweiten Konkursen übersteigt den 2008 registrierten Wert um 64 Prozent, dem letzten Jahr vor dem Ausbruch der Krise", kommentiert Cerved-Geschäftsführer Gianandrea De Bernardis die aktuellen Zahlen. Die 104.000 Schließungen setzen sich zusammen aus 12.000 Konkursen, 90.000 Geschäftsauflösungen und 2.000 anderen Formen.

Die auch im Vorjahr allgegenwärtige Rezession hat beim italienischen Unternehmertum tiefe Spuren hinterlassen. Gemessen an den Insolvenzverfahren hat vor allem der Dienstleistungssektor gelitten mit einem Plus von 3,1 Prozent. Die Baubranche hat gleichzeitig einen Zuwachs von 2,7 Prozent verzeichnet. Die verarbeitende Industrie kann hingegen bei den Konkursen einen Rückgang von 6,3 Prozent vorweisen. Die Anzahl an geschlossenen Unternehmen bleibt allerdings auch dort kritisch hoch.

Volkswirtschaftlicher Schaden enorm

Wie für Italien üblich, gibt es auch in dieser Statistik regionale Differenzen, diesmal jedoch nicht wie erwartet. Gegenüber dem Jahr 2011 sind im Nordwesten die Insolvenzfälle um 6,6 Prozent gestiegen, in Mittelitalien um 4,7 Prozent. Auf den Inseln und im restlichen Süden blieben die Zahlen jedoch stabil. Im Nordosten haben sie ebenfalls zugenommen, um 8,6 Prozent. Die Quote hat dort 20.000 überstiegen.

Die volkswirtschaftlichen Schäden, die unternehmerische Pleiten nach sich ziehen, sind enorm. Alleine 2012 hat der in Deutschland durch Insolvenzen verursachte Schaden 38,3 Mrd. Euro betragen. Im Vergleich zum Jahr davor ist das ein Anstieg von über 21 Prozent (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20130116023 ).

(Ende)
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