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pte20120524003 Computer/Telekommunikation, Produkte/Innovationen

Deutsche E-Education trotz Förderungen rückständig

Millionen Euro versickern - Trotzdem erste vielversprechende Projekte


Uni Marburg: E-Education-Vorreiter in Deutschland (Foto: Wikipedia, cc Neodyne)
Uni Marburg: E-Education-Vorreiter in Deutschland (Foto: Wikipedia, cc Neodyne)

Marburg (pte003/24.05.2012/06:10) - Während in den USA der Einsatz der neuen Medien in der Lehre immer mehr Rückenwind bekommt (pressetext berichtete: http://bit.ly/Ka8HPx), besteht im deutschsprachigen Raum diesbezüglich noch Nachholbedarf. Obwohl enorme Summen in die staatliche Förderung entsprechender Projekte geflossen sind, gibt es in Deutschland bisher kaum vorzeigbare Ergebnisse. Viele der subventionierten Programme existieren heute nicht mehr, andere haben ungenutzte Folienfriedhöfe produziert, wie Experten kritisieren. Trotzdem gibt es einzelne Universitäten, die ohne großen finanziellen Aufwand eine Integration der modernen Technologie in die Lehre erreicht haben.

"Im deutschsprachigen Raum gibt es an Universitäten die Tendenz, die Lehre bei sich zu behalten. Auch die Eitelkeit der Professoren scheint ein Problem zu sein. Sie haben oft Angst, dass ihre Fehler und Versprecher bei YouTube landen. Um gegenüber den USA bei der E-Education nicht zurückzufallen, gehört Mut dazu. Der Unterricht der Zukunft findet teilweise Online statt. Darauf müssen sich auch europäische Universitäten einstellen. Mit guten Konzepten können auch deutschsprachige Institute im globalen Wettbewerb, der entstehen wird, bestehen", sagt Jürgen Handke von der Universität Marburg gegenüber pressetext.

Virtueller Campus

Die Universität Marburg http://www.uni-marburg.de beispielsweise hat sich durch einen vorbildlichen Einsatz des Internets hervorgetan. Seit 2004 wird am Institut für Linguistik das Konzept "Inverted Classroom" angewendet. Am "Virtual Linguistics Campus" http://linguistics-online.com gehören multimediale Lerneinheiten, öffentlich zugängliche E-Lectures und elektronische Bewertungsverfahren bereits zum Lehralltag. "Die gesamte anglistisch/linguistische Lehre wird online abgewickelt. Die Präsenzphasen vor Ort werden ausschließlich zum Üben verwendet", schreibt Handke.

Seit dem vergangenen Jahr gibt es mit "Web Development for Linguistics" einen reinen Online-Studiengang, der komplett auf E-Education basiert. In den Studiengängen, die auf elektronischer Lehre setzen, hat sich die Situation von Lehrenden und Studenten gleichermaßen verbessert. "Für Lehrende ist die Prüfungsbelastung durch den Einsatz von formatives Assessment auf ein Minimum gesunken. Die Studierenden bekommen unabhängig von Ort und Teilnehmerzahl zuverlässig hochqualitative Lehrveranstaltungen Dadurch steigt das Übungspotenzial in der Lehre", erklärt Handke.

Kreativität wichtiger als Geld

Das Konzept aus Marburg ist ohne hohe Fördermittel realisiert worden. "Wir produzieren jeden Tag ein neues Video, finanziert mit Eigenmitteln. Mittlerweile haben wir Zugriffe aus aller Welt. Einige Lehrende tun sich noch schwer, vor allem die Verwendung fremder Inhalte geht vielen gegen den Strich. Die Studenten finden es fantastisch. Ich empfehle allen Hochschulen, die Scheu abzulegen", sagt Handke.

Staatliche Subventionen müssen laut dem Experten reformiert werden, um Innovationen zu fördern. "Zwischen 2001 und 2005 hat allein das Bundesministerium für Bildung und Forschung 240 Mio. Euro in 113 Projekte investiert, von denen lediglich zehn bis heute überlebt haben. Förderungen nach dem Gießkannenprinzip, unter dem Motto 'Wir geben Geld aus, wir tun was für die Lehre' sind nicht zielführend", so Handke.

Innovative und erfolgreiche Projekte müssen momentan oft um jeden Cent betteln. Die interaktiven Tafeln, die in einigen Bildungsinstitutionen als E-Learning-Konzept durchgehen, sind laut Handke nicht der Weg nach vorne. "Die Produktion der Materialien ist aufwendig und verlangt von den Lehrenden viel Engagement. Das bloße Abfilmen einer 90-minütigen Vorlesung reicht nicht aus. Europäische Universitäten müssen ihre Konzepte kultivieren, denn E-Education ist die Zukunft", erklärt Handke.

(Ende)
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Ansprechpartner: Markus Keßler
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