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pte20090213017 Bildung/Karriere, Kultur/Lifestyle

"Nein" im Satz verwirrt das Gehirn

Gute Formulierung muss sich am Leser orientieren


Positive Aussagen machen Sätze verständlicher, raten Linguisten (Foto: pixelio.de/Altmann)
Positive Aussagen machen Sätze verständlicher, raten Linguisten (Foto: pixelio.de/Altmann)

Boston/Bielefeld (pte017/13.02.2009/12:30) - Kleine Wörter, die einen Satz ungültig machen, bringen unser Gehirn ins Schwitzen. Zu diesem Schluss kommen Psychologen der Tufts University http://www.tufts.edu , die durch Gehirnstrommessungen untersucht haben, wie verneinte Aussagen verarbeitet werden. Sie setzten ihren Testpersonen Elektroden auf die Kopfhaut und ließen sie verschiedene verneinte Sätze lesen. Darunter waren teilweise Aussagen, denen die Leser zustimmen konnten, wie etwa: "Rotwein in Maßen ist nicht ungesund." Anderen Sätzen wie "Vitamine sind nicht sehr schlecht für die Gesundheit" verlieh das fehlerhafte Wörtchen "nicht" einen Sinn, der der Auffassung der Leser widersprach. Das Gehirn arbeitet bei falschen Verneinungen viel länger, so die Forscher in der Fachzeitschrift Psychological Science.

"Falsche Sätze werden bis zu 400 Millisekunden später verarbeitet", erklärt Gert Rickeit, Psycholinguist an der Universität Bielefeld http://www.uni-bielefeld.de , im pressetext-Interview. Das Gehirn versucht in dieser Zeit, der Aussage einen Sinn zu verleihen, und ruft dabei sein bisheriges Wissen ab. Kann die neue Information nicht eingeordnet werden, braucht das Gehirn länger, bis es den Satz als unsinnig kategorisiert. "Aus diesem Grund sind doppelte Verneinungen wie auch Schachtelsätze schwer zu verstehen", so Rickeit. Ordnung im Satz und Kürze spare hingegen an Verarbeitungszeit.

Für den Alltagsgebrauch empfiehlt Rickeit, Aussagen positiv zu formulieren. "Eine Verneinung macht den Satz komplizierter. Wenn man etwa sagt, dass etwas 'nicht schadet', so trägt das eher zur Verwirrung des Zuhörers bei." Speziell Kinder, Menschen mit anderer Muttersprache oder mit eingeschränkter geistiger Auffassungsfähigkeit haben Probleme mit Verneinungen, besonders wenn sie im ironischen Sinn verwendet werden. "Jedoch kann die doppelte Verneinung auch als bewusstes Stilmittel eingesetzt werden", betont Rickeit.

Wie kompliziert ein Satz in einem Text sein darf, hängt vom Bildungsniveau des Lesers ab. "Viele steigen bei einem Text der Bild-Zeitung aus, da der Stil zu platt ist. Die maximale Verständlichkeit, die durch kurze Hauptsätze erreicht wird, wirkt trivial und langweilt die Leser." Leser der Zeitschrift "Spiegel" seien hingegen an komplexere Sätze gewohnt. Die komplizierteste Sprache sei im Rechtsbereich anzutreffen. "Juristen haben eine Vorliebe dafür", so der Bielefelder Sprachforscher abschließend zu pressetext.

(Ende)
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Ansprechpartner: Johannes Pernsteiner
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