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19.11.2018 - 13:30 | pressetext.redaktion
19.11.2018 - 06:15 | pressetext.redaktion
16.11.2018 - 13:30 | pressetext.redaktion

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pte20080520004 Umwelt/Energie, Forschung/Technologie

Run auf Pflanzen-Gen-Patente

Biotech-Unternehmen gefährden unabhängige Forschungsvorhaben

London/Wien (pte004/20.05.2008/06:05) - Biotech-Unternehmen reißen sich nach Angaben der ETC-Group http://www.etcgroup.org in Ottawa um die Patentierung von "klimarelavanten Pflanzengenen", berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature in seiner Online-Ausgabe. Konkret gehe es darum, jene Gene, die Nutzpflanzen auch bei veränderten Niederschlägen und bei zunehmender Hitze gedeihen lassen, rechtlich zu sichern. Offensichtlich gehen die Unternehmen nun tatsächlich davon aus, dass sich die Umweltbedingungen auf der Welt dramatisch verändern werden.

Insgesamt sind es 532 solcher Patent-Akte, die weltweit von den größten Saatgut-Herstellern und Biotech-Unternehmen wie etwa Monsanto, BASF, Bayer, Syngenta und Dupont eingebracht wurden, berichtet die ETC-Group. Konkret geht es dabei um die rund 55 "Patent-Familien", die Gene umfassen, die Pflanzen gegen verschiedene Umwelteinflüsse resistent machen. Das Wissen daraus, so befürchtet die ETC-Group soll in erster Linie bei der Züchtung von gentechnisch veränderten Pflanzen eingesetzt werden. Allerdings sind es nicht nur gentechnisch-veränderte Pflanzen, die davon betroffen sind, sondern auch konventionelle Züchtungen.

"Tatsächlich gibt es immer mehr Patente, die sich auch auf nicht genetisch-veränderte Pflanzen beziehen", meint der Leiter der Agrarpolitik bei BIO AUSTRIA http://www.bio-austria.at , Thomas Fertl, im pressetext-Interview. Gefährdet sei dadurch vor allem die Ernährungssicherheit. Die Tendenz des Europäischen Patentamts ziele immer mehr darauf ab, auch reine Entdeckungen als Patente zu sichern. "Argumentiert wird damit, dass gewisse Verfahren notwendig seien, um über die bestimmten Gene Bescheid zu wissen", so der Experte. Der ausgedehnte Geltungsumfang schaffe allerdings Hürden in der Forschung, denn was einmal veröffentlicht wurde, könne auch nicht mehr patentiert werden.

Kritisch steht die Plattform "Kein Patent auf Leben" http://keinpatent.de diesen Tatsachen gegenüber. "Patente auf Lebewesen wurden auch in früheren Zeiten vereinzelt erteilt", berichtet die Plattform auf ihrer Homepage. Ein Beispiel waren etwa bestimmte Hefekulturen. Mit dem Einzug der Gentechnologie erhielten Patente auf Lebewesen allerdings eine neue Dimension. Am Schlimmsten ist jedoch der Patentanspruch auch auf konventionell gezüchtete Pflanzen und Tiere. Beispiele dafür gebe es bereits genug: So wurde zum Beispiel eine Sojabohnen-Art zum Patent angemeldet, die eine bessere Ölqualität hat. Das Patent deckt Teile des pflanzlichen Erbguts ab und gilt für die konventionelle Züchtung ebenso wie für neue Techniken, die die Züchtung verbessern sollen.

(Ende)
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