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pte20040929025 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie

Nigerianer entwickelt Aids-Impfstoffe

Debatte über Einhaltung wissenschaftlicher Standards


Gwagwalada, Nigeria (pte025/29.09.2004/12:30) - Der nigerianische Arzt Jeremiah Abalaka vom Medicrest Spezialist Hospital in Gwagwalada will einen therapeutischen und einen vorbeugenden Impfstoff gegen eine HIV-Infektion entwickelt haben. Der aus dem Blut von HIV-Patienten hergestellte Wirkstoff habe den tödlichen Virus bei 20 HIV-Patienten beseitigt. Der Bericht des Arztes wurde im Journal "Vaccine" veröffentlicht. Die Entdeckung löste in Nigeria selbst und bei Hilfsorganisationen heftige Debatten zu ihrer Glaubwürdigkeit aus. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist http://www.newscientist.com .

Abalaka behauptet des weiteren, sein therapeutischer Impfstoff habe auch die Antikörper gegen Hepatitis B und C bei HIV-Patienten, die auch damit infiziert waren, ausgeschaltet und die Malariasymptome bei einigen Patienten verbessert. Abalaka, ein Chirurg mit Erfahrung in Immunologie, hat sein Heilmittel über sechs Jahre an 4.000 Patienten getestet. Außerdem hat er selbst als Versuchskaninchen sowohl für den therapeutischen als auch für den präventiven Impfstoff hergehalten.

Um den präventiven Impfstoff zu testen, hat er sich damit geimpft, bevor er sich zu sechs verschiedenen Gelegenheiten HIV-infiziertes Blut injiziert hat. Er hat sich nicht mit dem Virus infiziert. Dann hat er den Impfstoff an 300 HIV-negativen Probanden ausprobiert, die bis heute keine Infektion entwickelt hätten. Seine Arbeit hat in Nigeria eine Kontroverse zwischen dem Arzt und dem Gesundheitsministerium ausgelöst. "Ich habe erfolgreich sichere, vorbeugende wie heilkräftige Impfstoffe gegen HIV entwickelt", sagte Abalaka. "Ich möchte, dass sich die Welt meine Arbeit ansieht und sie bestätigt oder widerlegt." Aber Saladin Osmanov, der Koordinator der gemeinsamen HIV-Impfstoff-Initiative von WHO http://www.who.org und UNAIDS http://www.unaids.org , warnt davor, dass Abalakas Impfstoff nicht nach den strengen Protokollen evaluiert wurde und seine Arbeit nicht von unabhängigen Experten überprüft wurde.

Ray Spier, Redakteur von Vaccine, verteidigt seine Entscheidung, die Erkenntnisse des Nigerianers zu veröffentlichen. "Die Zeit ist knapp und die vorherrschende Situation verlangt nach Aktionen", schreibt er. Er habe sich entgegen dem Ratschlag seiner Kollegen, die darüber besorgt waren, dass die Studie westlichen Wissenschaftsstandards nicht gerecht wird, für die Publikation entschieden. Das räumt Spier zwar ein, weist aber darauf hin, dass die Erkenntnisse als Bericht veröffentlicht wurden und nicht als von Experten begutachtete Forschungsarbeit. Frances Gotch vom Imperial College London http://www.ic.ac.uk/ , die dem Hauptlabor der Internationalen Aids Impfstoff Initiative vorsteht, hat in der Vergangenheit ähnliche Behauptungen begutachtet und getestet, die alle zu keinem Ergebnis führten. Aber sie fügt hinzu: "Es ist gut, unvoreingenommen zu bleiben."

(Ende)
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