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pte20080807001 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen

Islamic Finance für europäische Banken Goldgrube

Nachfrage nach Shari'ah-konformen Produkten in Nischenmärkten boomt


Islamische Märkte für Europas Banken attraktiv (Foto: pixelio.de, Michael Baudy)
Islamische Märkte für Europas Banken attraktiv (Foto: pixelio.de, Michael Baudy)

Wien (pte001/07.08.2008/06:00) - Finanzprodukte, die den Vorschriften des Islam entsprechen (Islamic Finance), bilden einen starken Wachstumsmarkt, von dem Bankeninstitute hierzulande in den kommenden Jahren profitieren können. Zu diesem Fazit kommt eine aktuelle Markterhebung der internationalen Strategieberatungsgesellschaft Booz & Company http://www.booz.com . Angesichts der Bilanzsumme islamischer Banken, die bis Ende des Jahres weltweit 500 Mrd. Dollar betragen wird, sehen die Finanzfachleute für die Institute nicht nur im Inlands-, sondern vor allem auch im Auslandsgeschäft die größten Wertschöpfungschancen. Diese Einschätzung wird dadurch bestätigt, dass der Bereich Islamic Finance mit Wachstumsraten von durchschnittlich 15 bis 20 Prozent in den zurückliegenden fünf Jahren einen der am schnellsten wachsenden Sektoren der Finanzbranche darstellt.

Nach den Regeln der Islamic Finance darf etwa ein muslimischer Kunde für die Finanzierung eines Hausbaus oder den Kauf einer Eigentumswohnung keinen Kredit aufnehmen. Bei Kapitalanlagen (Aktien, Fonds) ist darüber hinaus das Investieren in bestimmte Branchen (Alkohol- und Tabakindustrie sowie Versicherungen und Banken) nicht zulässig. Obwohl die Islamic Finance ein Verbot von Geldzinsen vorsieht, wodurch Produkte wie Sparkonten, Termingelder und zinstragende Kredite entfallen, bietet sich der Inlandsmarkt auch für österreichische Finanzdienstleister an. "Der österreichische Markt ist in dieser Hinsicht zwar klein, aber fein. Die Nachfrage nach Shari'ah-konformen Produkten ist groß, andererseits ist bislang nur Großbritannien als einziges europäisches Land aktiv in diesem Bereich tätig. Dies können österreichische Banken mit einer eher überschaubaren Größe für sich nutzen, um an diesem Markt zu partizipieren", sagt Philipp Wackerbeck, Islamic-Finance-Experte bei Booz & Company, im Gespräch mit pressetext. Wie die Strategieberatung errechnet hat, ergibt sich mit abgestimmten Produkten auf die derzeit in Österreich lebenden 400.000 Muslime ein Marktpotenzial von rund 230 Mio. Euro.

Die Fachleute gehen zudem von einer Steigerung auf 500.000 Muslime in Österreich binnen der nächsten fünf Jahre aus. Dabei wird prognostiziert, dass sich ein jährliches Wachstum von etwa 20 Prozent für die einheimischen Banken darstellt. Auch liegt das durchschnittliche Haushaltseinkommen bei rund 24.360 Euro und damit bei 75 Prozent des Bundesdurchschnitts. Einen weiteres Indiz sieht Booz & Company darin, dass die Sparquote der Muslime mit 18 Prozent deutlich höher als der österreichische Bundesdurchschnitt (9,7 Prozent) ausfällt. "Dies hat mehrere Gründe und ist nur zum Teil auf das Nichtvorhandensein Shari'ah-konformer Produkte zurückzuführen. Ein Umstand liegt darin, dass die Geldtransfers in die islamischen Heimatländer deutlich abgenommen haben", so Wackerbeck gegenüber pressetext. Die potenzielle Marktdurchdringung islamischer Finanzprodukte innerhalb der muslimischen Bevölkerung Österreichs wird auf 15 Prozent geschätzt. Starkes Interesse dürfte, wie auch in Deutschland, an Baufinanzierungen, Versicherungen und Fonds bestehen.

In der Bundesrepublik hingegen beträgt das Marktpotenzial für islamkonforme Bankprodukte 1,2 Mrd. Euro, wobei sich mehr als eine halbe Mio. Menschen den religiösen Vorschriften des Islam entsprechende Produkte kaufen würden. Neben der Erschließung der einheimischen Märkte sieht Wackerbeck vor allem das Ausland als zentralen Wachstumstreiber für europäische Institute. "Durch den Abschluss von Kooperationen mit Partnern in Kernmärkten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi Arabien, Indonesien oder Pakistan können heimische Finanzdienstleister ihr Know-how in Produktentwicklung, Operations, IT und Vertrieb einbringen und mit der Marktkenntnis der lokalen Partner vor Ort verbinden", so Wackerbeck. Laut dem Insider hat es die UNIQA mit ihrem Joint Venture Takaful Al-Emarat mit der Al Buhaira National Insurance Co. im Emirat Sharjah bereits vorgemacht. Nach CEE wäre es für die Banken hierzulande der nächste logische Schritt, muslimische Märkte in Zentralasien, wie Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan und den muslimischen Teil Indiens zu erschließen, fügt Wackerbeck abschließend gegenüber pressetext hinzu.

(Ende)
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