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pte20070604035 Medien/Kommunikation, Unternehmen/Wirtschaft

Privatradios kämpfen um mehr Aufmerksamkeit

Moira Rundfunk erwirbt Mediaprint-Anteile bei Hit FM


Wien/Ludwigshafen (pte035/04.06.2007/13:55) Die österreichischen Privatradios wollen in Zukunft wieder mehr Aufmerksamkeit erregen. In den vergangenen Jahren sei es still um das Medium Radio geworden, so Steffen Müller, Geschäftsführer der Moira Rundfunk GmbH, auf einer Pressekonferenz am vergangenen Freitag in Wien. Das deutsche Unternehmen will verstärkt in den österreichischen Privatradio-Markt investieren und hat die Mediaprint-Anteile am niederösterreichischen Sender Hit FM http://www.hitfm.at übernommen. Der Erwerb der 24,9 Prozent-Beteiligung der Mediaprint führe zu einer Entflechtung des Hörfunkmarktes, meint Müller. Aufgrund der rechtlichen Gegebenheiten im Land hätte eine weitere Beteiligung der Mediaprint die Entwicklungsmöglichkeiten von Hit FM eingeschränkt.

Bislang war Moira bereits beim Privatradio 88,6 http://www.886supermix.at als Gesellschafter aktiv. Der führende Wiener Privatsender bekommt ab 1. September mit Oliver Böhm einen neuen Geschäftsführer. Sowohl Hit FM als auch 88,6 wollen das Medium Radio in Zukunft wieder mehr in der Öffentlichkeit zur Geltung bringen. Gerade private Sender stehen in Österreich aber vor besonderen Herausforderungen. Der Markt wurde erst vor rund zehn Jahren für private Unternehmen geöffnet und der öffentlich-rechtliche Rundfunk besitzt immer noch eine starke Vormachtstellung. "Eines der Hauptprobleme ist, dass sich Privatradios mit Restfrequenzen zufrieden geben müssen und die besten Frequenzen längst der ORF in der Hand hat", erklärt Müller.

Dennoch geben sich die Radiomacher optimistisch und schauen positiv in die Zukunft. "Wir haben es geschafft, uns in den vergangenen Jahren als erfolgreiches Network in Niederösterreich und dem Burgenland zu positionieren. Wir versuchen vor allem mit außergewöhnlichen Promotionaktionen unsere junge Zielgruppe anzusprechen", sagt Ewald Volk, Geschäftsführer von Hit FM. Das durchschnittliche Alter der Hit FM-Hörer liege bei 26 Jahren, daher sei der Sender auch besonders darauf bedacht, jugendliche News zu bringen und den Nutzern Zusatzangebote wie zum Beispiel Podcasts anzubieten.

Crossmedia ist heute ein wichtiges Schlagwort für die Radiobranche. Denn Internet und Radio seien sozusagen eine Wunschehe und würden sich gegenseitig perfekt ergänzen. "Radio ist jenes Medium, dass die Internetnutzung am stärksten motiviert. Es gibt viele Belege dafür, dass Radio und Internet die effizienteste Vernetzung ergeben", erklärt Müller gegenüber pressetext. Dennoch ist es für die Privatradios in erster Linie wichtig, sich auf seine Basics zu konzentrieren. "Ich glaube, wir können mehr für das Internet tun, als das Internet für uns. Auch wenn beispielsweise eine Band im Netz entdeckt wird, so wird sie doch letztlich im Radio gespielt und dadurch immer bekannter", zeigt sich Alex Nausner, Programmdirektor von 88,6, überzeugt.

In punkto Wirtschaftlichkeit seien Hit FM und 88,6 auf einem guten Weg. "Es ist allerdings nicht möglich, die Aufbauphase eines Privatradios in nur einer Lizenzperiode zu schaffen, es dauert mindestens zwei Perioden, um die Investitionen wieder zurückzuverdienen", sagt Müller. Hit FM habe mittlerweile knapp Wirtschaftlichkeitsgrenze erreicht. Doch gerade in der Anfangszeit der österreichischen Privatradios habe die Kontinuität am Markt gefehlt. Auf Kontinuität setzt auch Nausner. "Der Markt war lange dicht. Daher ist es nun besonders wichtig, kontinuierlich zu arbeiten und Ruhe zu zeigen, sich anzuschauen, wie man die Hörer am besten aktivieren kann." 88,6 zeichne sich dabei vor allem durch seine Unverwechselbarkeit aus. "Die aktive Einbindung der Hörer ist sehr wichtig. Wir haben nie wirklich viel Geld in klassische Marketingmaßnahmen investiert, sondern setzen von je her auf unkonventionelle Promotion", erklärt der Programmdirektor.

(Ende)
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