pte20070206037 Technologie/Digitalisierung, Unternehmen/Wirtschaft

E-Plus im Billigmarkenfieber

Bereits jeder Dritte telefoniert via simyo, BASE und Co.


Düsseldorf (pte037/06.02.2007/12:40) Der drittgrößte deutsche Mobilfunkkonzern E-Plus http://www.eplus.de hat in den vergangenen Monaten erneut von seiner Mehrmarkenstrategie profitiert und kräftig zugelegt. Allein im Schlussquartal konnten simyo, BASE und Co. rund 800.000 neue Kunden auf sich vereinen. Nun telefoniert bereits jeder dritte E-Plus-Kunde über eine der Eigen- und Kooperations-Marken. Bei der Kernmarke musste das Unternehmen indes Federn lassen.

Traurig scheint man bei E-Plus darüber jedoch nicht zu sein. "Für uns ist entscheidend, was unter dem Strich herauskommt", erklärt Unternehmenssprecher Guido Heitmann gegenüber pressetext. Die Neukunden im Billigsegment seien wirtschaftlich teils profitabler. Insgesamt steigerte E-Plus seine Kundenzahl zum Jahresende auf 12,65 Millionen. Damit konnte die Tochter des niederländischen Telekomkonzerns KPN zwar den dritten Platz am deutschen Mobilfunkmarkt festigen. Zumindest im vierten Quartal musste E-Plus mit 439.000 Neukunden aber gegenüber den Marktführern T-Mobile und Vodafone abreißen lassen, die 746.000 bzw. 709.000 Neukunden verzeichneten.

Beim Marktanteil sieht sich E-Plus dennoch im Aufwind. Gegenüber dem Vorjahr erwartet sich das Unternehmen ein Plus von 1,4 Prozentpunkten auf 14,9 Prozent. "Seit wir Mitte 2005 mit der Umsetzung unserer Herausforder-Strategie begonnen haben, verzeichnen wir eine stetig verbesserte wirtschaftliche Entwicklung", meint der frischgebackene E-Plus-Chef Thorsten Dirks. Nicht zuletzt dadurch seien die Preise auf dem deutschen Mobilfunkmarkt ins Rutschen geraten. "So sind die Mobilfunkpreise im Jahresvergleich um rund elf Prozent gefallen", sagt Dirks. Mit einer Zehn-Cent-Tarifoffensive hat E-Plus erst vor kurzem einen weiteren Angriff auf das Festnetz gestartet.

Dank dem zunehmenden Verzicht auf subventionierte Endgeräte, der Stärkung des Vertriebs sowie der Verschlankung der Organisation hat E-Plus trotz fallender Preise sein Ergebnis verbessert. So sind etwa die Kundengewinnungs- und bindungskosten im Jahresvergleich um knapp 40 Prozent auf 90 Euro gesunken. 2006 kletterte das EBITDA gegenüber dem Vorjahr um 34 Prozent auf 905 Mio. Euro. Die Mobilfunkumsätze konnten um zehn Prozent auf 2,7 Mrd. Euro gesteigert werden. In den kommenden Jahren will E-Plus laut Heitmann die EBITDA-Marge über 30 Prozent halten. Bei den Service-Umsätzen werde ein jährliches Plus im zweistelligen Bereich angestrebt, so Heitmann gegenüber pressetext.

Beim Mutterkonzern KPN sorgte dagegen erneut die Festnetzsparte für lange Gesichter. Der Umsatz ging um vier Prozent auf 3,04 Mrd. Euro zurück. Beim EBITDA verbuchte der niederländische Telekomriese sogar ein Minus von 13 Prozent auf 1,15 Mrd. Euro. Darüber hinaus kündigte KPN ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von einer Mrd. Euro an. An der Börse in Amsterdam gab die Aktie leicht nach und notierte am Dienstagmittag bei 10,93 Euro und damit mit 0,36 Prozent im Minus.

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