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pte20040203023 Unternehmen/Wirtschaft, Politik/Recht

Creditreformstudie: Anstieg der Insolvenzen in Europa

"Spitzenreiter" Portugal vor Norwegen


Düsseldorf (pte023/03.02.2004/14:22) - Nach einer aktuellen Creditreform-Studie http://www.creditreform.de meldeten im vergangenen Jahr 157.138 Unternehmen in Westeuropa Insolvenz an. Das sind knapp 6.000 Firmen oder 3,9 Prozent mehr als noch in 2002. Damit hat sich die Zunahme der Insolvenzen verlangsamt: Waren in 2002 noch 10,7 Prozent mehr Insolvenzen als 2001 zu verzeichnen, ging die Stei-gerungsrate um 6,8 Prozentpunkte zurück. Die Steigerungsrate Deutschlands liegt über der des EU-Durchschnitts: In Deutschland mussten im Vorjahr 39.700 Unternehmen den Gang zum Insol-venzgericht antreten; das waren 5,5 Prozent mehr als 2002.

Die Arbeitslosenquote der EU lag in 2003 bei 8,4 Prozent. 1,7 Mio. Arbeitsplätze gingen verloren, weil der Arbeitgeber Insolvenz anmelden musste. Das entspricht im Jahresverlauf einem Zuwachs um 100.000 betroffene Arbeitnehmer oder einem Anstieg von 6,3 Prozent.

Den größten Zuwachs an Unternehmensinsolvenzen meldet Portugal: Um 42,4 Prozent auf insge-samt 2.980 betroffene Firmen stieg die Zahl binnen Jahresfrist. Platz zwei der Negativ-Rangliste belegt Norwegen. Um 18,3 Prozent auf 3.080 Insolvenzen stiegen hier die Unternehmenspleiten. Norwegens Wirtschaft erholte sich nach langer Rezession erst zum dritten Quartal 2003. Auch die Schweiz verzeichnete einen Insolvenzanstieg im zweistelligen Bereich: 13,4 Prozent mehr Konkur-se als noch in 2002 und insgesamt 4.539 Unternehmensheimgänge hatte das Land zu verkraften.

Am anderen Ende der Skala steht Irland: Die grüne Insel konnte ihre Unternehmensinsolvenzen um 16,6 auf 316 Fälle reduzieren. Die Zahl der Gesamtinsolvenzen (also Unternehmenskonkurse plus Konkurse von Privatpersonen sofern vorhanden und statistisch erfassbar) in Westeuropa steigt um 10,3 Prozent auf insgesamt 269.762 Fälle.

Verantwortlich für diesen Zuwachs sind insbesondere die Insolvenzzahlen in Deutschland und Großbritannien. In Deutschland stiegen die Gesamtinsolvenzen um 18,3 Prozent auf 99.800 Fälle, in Großbritannien um 5,4 Prozent auf 53.640. "Das mehr oder weniger einheitliche Bild in Europa zeigt auch auf, dass der Slogan - Think Global - Act Local - auch im Bereich des Forderungsma-nagement gilt. Insbesondere für international agierende Unternehmen spielt der Gedanke eine zunehmende Rolle", so Rüdiger Bisping, Managing Director der SRM Inkasso GmbH, http://www.srm-inkasso.de, in Krefeld. Dabei komme es darauf an, einerseits ein einheitliches Kon-zept des Forderungsmanagement in Europa zu haben, das die Unternehmensphilosophie und -strategie des Auftraggebers reflektiert, gleichzeitig aber die jeweiligen nationalen Gegebenheiten und Rahmenbedingungen des Forderungsmanagement zu kennen und zu beachten.

Das Zahlungsverhalten in Westeuropa hat sich nach Angaben von Creditreform nicht wesentlich verbessert, trotz den Bemühungen der Europäischen Union, die die "Zahlungsverzugsrichtlinie" im August 2000 verabschiedete. Noch nicht alle Länder haben die Richtlinie umgesetzt, aber auch die Unternehmen in den Ländern, die die Vorgaben in geltendes Recht verwandelten, haben mit schleppenden Zahlungseingängen zu kämpfen. Am längsten warten Betriebe in Italien auf ihr Geld: Insgesamt 85 Tage dauert es, bis die Forderungssumme auf dem Empfängerkonto einge-gangen ist. Am schnellsten geht es in der Schweiz. Hier begleichen Betriebe nach 38 Tagen ihre Rechnung.

Klein- und mittelständische Unternehmen in Westeuropa finanzieren sich hauptsächlich über Bankkredite und Lieferantenkredite. Insbesondere in Dänemark, Irland, Italien, Schweden und dem Vereinigten Königreich nehmen Lieferantenkredite einen höheren Stellenwert ein als Bank-kredite, obwohl sie sehr teuer sind. Leasing wird besonders von Unternehmen in Spanien, Frank-reich, Portugal, Luxemburg und den Niederlanden verwendet. Factoring als alternative Finanzie-rungsform gewinnt in der gesamten EU-Zone kontinuierlich an Bedeutung. Effizientes Forde-rungsmanagement wird Terminüberschreitungs- und Ausfallrisiken positiv beeinflussen. Damit wird kurzfristig die Liquidität und Rentabilität der Unternehmen gesteigert. Mindestens genauso wichtig ist laut Bisping aber der langfristig positive Einfluss auf die strategischen wichtigen Rahmenbedin-gungen für Wachstum, nämlich "Strukturelle Liquidität" und "Mindestrentabilität" und damit auf die relative Wettbewerbsfähigkeit am Markt. Insbesondere Betriebe in Spanien und Griechenland machen von Factoring vermehrt Gebrauch.

Das Dienstleistungsgewerbe trägt den Löwenanteil am Insolvenzgeschehen in Westeuropa: 42,9 Prozent aller Insolvenzanträge (Vorjahr 40,6 Prozent) kommen aus dieser Sparte. Lediglich 11,2 Prozent (Vorjahr: 12,4 Prozent) am Insolvenzaufkommen trägt das Verarbeitende Gewerbe.

(Ende)
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