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ptp20191027001 Forschung/Entwicklung, Kultur/Lifestyle

"Der Hellseher Erik Jan Hanussen und das 'Dritte Reich'"

Vortragszyklus von Dr. Wilfried Kugel aus Berlin


Hanussen in seiner
Hanussen in seiner "Astrologischen Bar"(Foto: Bildarchiv Dr. Kugel)

Wien (ptp001/27.10.2019/19:00) - Einladung der Österreichischen Gesellschaft für Parapsychologie und Grenzbereiche der Wissenschaften http://parapsychologie.ac.at/ zu einem zweiteiligen Vortragszyklus von Dr. Wilfried Kugel, Berlin.

Teil 1: Hanussens sensationelle Vorführungen in Berlin 1930-1933

Teil 2: Der "Prophet" des "Dritten Reichs" und sein Untergang

Dieser Vortragszyklus reflektiert den aktuellen Forschungsstand:

Seit Wilfried Kugel vor fast einem Vierteljahrhundert sein Buch über den weltberühmten jüdischen "Hellseher" Hanussen, der eigentlich Hermann Steinschneider hieß, heraus-gebracht hat, hat er viele neue Dokumente aufgefunden. Sein zweiteiliger Vortragszyklus basiert auf dem neusten Forschungsstand von 2019; es werden neben vielen Photos auch Filmausschnitte gezeigt und Tondokumente vorgeführt. Ausgehend vom Sensationsprozeß in Leitmeritz (1928 bis 1930) und einem Überblick über die Sensations-Inszenierungen des Mentalisten ab 1930 in Berlin, wird dessen zunehmende Hinwendung zum Nationalsozialismus nachgezeichnet.

Zu den beiden Vorträgen:

Ort und Zeit:

- Teil 1: Montag, 4. November 2019

- Teil 2: Dienstag, 5. November 2019

Beginn: jeweils 20.15 Uhr (pünktlich)

Ort: Neues Institutsgebäude der Universität Wien (NIG), Universitätsstraße 7, 1010 Wien, Hörsaal III (Parterre)

Eintritt: für Studierende (bis 27 J.) und Schüler/Studenten sowie für die Mitglieder der veranstaltenden Gesellschaft gratis, Spesenbeitrag für Gäste 8 Euro.

Teil 1 am Montag, 4. November 2019:

Hanussens sensationelle Vorführungen in Berlin 1930-1933

Der erste Vortrag des Zyklus behandelt Hanussens sensationelle Vorführungen in Berlin von 1930 bis 1933. Nach Vorführungen im Gerichtssaal sprach das Kreisgericht Leitmeritz am 27. Mai 1930 Hanussen vom Vorwurf des Betrugs frei, wobei das Gericht es offen ließ, ob Hanussen über hellseherische Fähigkeiten verfügt. Über die Sensation berichten viele Zeitungen, u.a. die New York Times. Hanussen ging nun nach Berlin.

Hier füllte er sowohl Veranstaltungssäle wie auch die Spalten illustrierter Zeitschriften und faszinierte das Publikum mit nie zuvor dagewesenen Sensationen, er:
- macht Börsenvoraussagen
- schildert eine Reise von Berlin-Zentrum nach New York-Zentrum im Jahre 2500, beschreibt der Handlung des nächsten, bisher ungedrehten Chaplin-Films (beides wurde mitstenographiert)
- diktiert einen Zukunftsroman "S.O.S.", was akustisch aufgezeichnet wurde
- tritt weltweit erstmals in einer live im Rundfunk übertragenen Hellseh-Sèance auf
- gibt das Magazin "Die andere Welt" sowie die "Hanussen-Zeitung" heraus
- wird Werbeträger für eine Schönheitscreme und wollte ein "Schloss-Sanatorium Hanussen" eröffnen
- veröffentlicht eine "Hellsehende Schallplatte"
- erzielt in der Berliner Varieté-Bühne Scala sagenhafte Gagen
- gründet einen "Bund der Hanussen-Freunde", der 1932 fünf Millionen Mitglieder gezählt haben soll
- prophezeit einen Unfall von Fürst Lobkowitz beim nächsten Avus-Autorennen
- tritt in Wochenschauen auf
- wird im September 1932 in Mayers Enzyklopädischem Lexikon verzeichnet
- veröffentlicht Ende 1932 ein "Hanussen-Jahrbuch 1933"
- schreibt 1932-1933 in seinem Fortsetzungsroman "Die Million im Regulus" über Kernenergie

In der Person von Hanussens zeitweiligem Mitarbeiter Dr. Leopold Thoma (ursprünglich Tennenbaum) ergeben sich auch Bezüge zur Geschichte der Parapsychologie in Österreich. Hanussens Erfolge lassen seine Gegner nicht ruhen. Sein unmittelbarer Konkurrent, der "Hellseher" Max Moecke, versucht, Hanussen noch zu übertrumpfen. Wilhelm Gubisch - der auch später, nach dem Krieg, als "Entlarver" auftritt - macht ähnliche Vorführungen wie Hanussen und erklärt dem Publikum danach die Tricks.

Der Vortrag schließt mit einer vorsichtigen Bewertung von Hanussens Fähigkeiten.

Teil 2 am Dienstag, 5. November 2019:

Der "Prophet" des "Dritten Reichs" und sein Untergang

Im zweiten Vortrag, unter dem Titel "Der 'Prophet' des 'Dritten Reichs' und sein Untergang", werden zunächst Hanussens größter Widersacher Erich Juhn sowie weitere Protagonisten und Antagonisten vorgestellt. Hanussens sagte nachweislich seit 1930 den Aufstieg der NSDAP und Hitlers voraus, später propagierte und unterstützte er das zunehmend in seiner "Hanussen-Zeitung". Er sucht die Freundschaft von NSDAP- und SA-Freunden, so zu SA-Gruppenführer Graf von Helldorff und dessen Adjutanten Wilhelm Ohst. Unter der Führung des Journalisten Bruno Frei entfacht der kommunistische Zeitungs-Konzern Münzenberg eine beispiellose Kampagne gegen Hanussen. Es folgen Prozesse Hanussens gegen diese Angriffe, aber auch gegen seinen Konkurrenten Max Moecke.

Anhand der erwähnten neu entdeckten Dokumente werden die Vorgänge nach Hitlers Machtantritt von Februar 1933 bis zu Hanussens Ermordung durch die SA am 24. März 1933 detailliert geschildert; Hanussens Voraussage am Vorabend des Reichstagsbrandes wird kritisch beleuchtet. Es wird auch genau über Hanussens gescheiterten Versuch berichtet, die Kontrolle über den Zeitungs-Konzern Mosse zu gewinnen.

Der Vortrag schließt mit neuen Informationen über die Namhaftmachung der Mörder Hanussens und ihrer Auftraggeber bis hin zu Hermann Göring sowie zu den Gründen der Ermordung; Erwähnung finden auch die dubiosen Vorgänge rund um Obduktion und Nachlass. Abschließend wird kurz über die Nachwirkungen berichtet; schließlich hat die "Marke Hanussen" bis heute nichts von ihrer Faszination verloren - man erinnert sich, daß noch in den 1970er und 80er-Jahren ein Mentalist unter dem Namen "Hanussen II" aufgetreten ist, der versucht hat, vom Glanz und Glamour seines berühmten Vorgängers zu profitieren. 1988 drehte der ungarischen Regisseur István Szabó einen Kinofilm über Hanussen.

Zur Person des Vortragenden:

Dipl.-Phys. Dr. phil. Wilfried Kugel ist 1949 in Berlin geboren. Sein Diplom in Physik erwarb er 1978 am Institut für Experimentalphysik der Freien Universität Berlin mit einer Arbeit zur Auswertung von Hyperfein-Rotationsspektren zweiatomiger Moleküle; 1987 erwarb er, ebenfalls an der FU Berlin, summa cum laude mit einer Dissertation über Hanns Heinz Ewers das Doktorat der Philosophie. Bereits zuvor beschäftigte er sich in studentischen Projekten an der FU Berlin mit Fragen der Parapsychologie; während der Jahre 1977 bis 1980 war er Sprecher des Forschungsprojekt-Schwerpunkt "Biokommunikation" am Institut für angewandte Statistik des Fachbereichs Informatik der Technischen Universität Berlin, von 1997 bis 2000 leitete er das Gast-Forschungsprojekt "Prognostizierbarkeit stochastischer Ereignisse" am Institut für Experimentalphysik der Freien Universität Berlin. Gleichzeitig ist er seit den 1990er-Jahren mit einer Reihe von Aufsätzen, Büchern und Vorträgen zu zeitgeschichtlichen Themen hervorgetreten, wobei Hanussen eine zentrale Position in seinem Werk einnimmt; weiters Forschungen und Veröffentlichungen in den Bereichen Naturwissenschaft, Literaturwissenschaft, Geschichte, Film, Religionspsychologie, Ethno-pharmakologie, Parapsychologie und Informatik.

Links:

* Österreichische Gesellschaft für Parapsychologie und Grenzbereiche der Wissenschaften:
http://parapsychologie.ac.at/

* Interview mit dem Referenten (WRD):
https://www1.wdr.de/mediathek/audio/zeitzeichen/audio-erik-jan-hanussen-hellseher-todestag--102.html

Publikationen des Vortragenden:

* Hanussen: Die wahre Geschichte des Hermann Steinschneider (derzeit vergriffen)
Düsseldorf 1998, Verlag Grupello
ISBN 978-392823-475-7

* Der Unverantwortliche. Das Leben des Hanns Heinz Ewers.
Düsseldorf 1992, Verlag Grupello
ISBN 3-928234-04-8

* Mit Alexander Bahar: Der Reichstagsbrand. Wie Geschichte gemacht wird.
edition q, Berlin 2001
ISBN 3-86124-513-2

* Mit Alexander Bahar: Der Reichstagsbrand. Geschichte einer Provokation.
PapyRossa, Köln 2013
ISBN 978-3-89438-495-1

Illustrationen:

* Der Vortragende, Dr. Wilfried Kugel
Dateiname: Kugel.jpg
© Dr. Kugel

* Hanussen in seiner "Astrologischen Bar"
Dateiname: Astrologische-Bar-Hanussen.jpg
© Bildarchiv Dr. Kugel

Kontakt:
Österreichische Gesellschaft für Parapsychologie und Grenzbereiche der Wissenschaften
Ansprechstelle: Prof. Peter Mulacz
E-Mail: office@parapsychologie.ac.at
Webseite: http://parapsychologie.ac.at

(Ende)
Aussender: VWGÖ - Verband der Wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs
Ansprechpartner: Elisabeth Mayer
Tel.: +43 1 40160 33105
E-Mail: office@vwgoe.at
Website: www.vwgoe.at
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