Übergewicht in der Schwangerschaft schadet auch der Psyche
Appell: Psychische Gesundheit muss fixer Bestandteil der Schwangeren- und Wochenbettbetreuung werden
Pinkafeld (pts012/10.03.2026/10:00)
Eine Bachelorarbeit aus dem Studiengang Hebammen der Hochschule Burgenland beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Übergewicht und Depression in der Schwangerschaft bzw. nach der Geburt. Der klare Auftrag an das System: Psychische Gesundheit muss fixer Bestandteil der Schwangeren- und Wochenbettbetreuung werden.
Postpartale Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im Wochenbett und betreffen etwa 10-20 %o aller Mütter. Einen bisher unterschätzten Risikofaktor stellt nach aktuellen Forschungsergebnissen das Übergewicht dar. Und: Die Zahl adipöser Schwangerer steigt. Laut WHO hat mehr als ein Drittel der Frauen im gebärfähigen Alter Übergewicht, jede siebente ist adipös. Das hat auch Auswirkungen auf die Geburtshilfe. An der Hochschule Burgenland widmete Verena Schwarz, Absolventin des ersten Jahrgangs im Bachelorstudiengang Hebammen, ihre Abschlussarbeit diesem Thema.
Besondere Verantwortung für Hebammen
Verena Schwarz ist nach Studienabschluss als Hebamme in der Klinik Oberwart tätig. Für ihre Abschlussarbeit recherchierte sie in aktuellen wissenschaftlichen Studien und führte Interviews mit Expert*innen. Sie betont: "Hebammen müssen sowohl das körperliche Wohl als auch die seelische Stabilität im Blick behalten, um die Frauen umfassend betreuen zu können. Dieses Zusammenspiel ist für eine bestmögliche Betreuung wichtig."
Hier die wichtigsten Aussagen zusammengefasst:
- Adipositas in der Schwangerschaft ist nicht nur eine körperliche Diagnose, sondern Teil eines komplexen Zusammenspiels biologischer, psychischer und gesellschaftlicher Faktoren.
- Die Evidenz zeigt ein erhöhtes Risiko für postpartale Depressionen bei adipösen Frauen, bedingt durch Entzündungsprozesse, Bewegungsmangel sowie Stigmatisierung, Scham, negatives Körperbild und reduzierte soziale Teilhabe.
- In der Praxis wirken weniger die Kilos selbst als vielmehr negative Erfahrungen im Gesundheitssystem, gesellschaftlicher Druck und fehlende Unterstützung als Auslöser und Verstärker.
- Strukturelle Defizite wie fehlende Screenings, Zeit und Vernetzung legen die Last der Früherkennung oft allein auf die Hebammen.
- Nötig sind eine wertfreie, ressourcenorientierte Betreuung, interdisziplinäre Zusammenarbeit und die feste Verankerung psychischer Gesundheit in der Schwangeren- und Wochenbettversorgung.
"Die Beschäftigung mit dem Thema zeigt deutlich, dass psychische Gesundheit in der Schwangeren- und Wochenbettbetreuung kein Zusatz, sondern Kernaufgabe ist. Im Bachelorstudiengang Hebammen arbeiten wir an der Hochschule Burgenland kontinuierlich daran, alle dafür relevanten Kompetenzen in der Ausbildung abzudecken – von Screening- und Gesprächsführung über wertfreie, ressourcenorientierte Begleitung bis zur interdisziplinären Zusammenarbeit –, damit unsere Absolventinnen Frauen ganzheitlich und evidenzbasiert betreuen können", betont Studiengangsleiterin Beate Kayer.
Infos zum Studiengang
Der Bachelorstudiengang für Hebammen richtet sich an alle, die eine tiefe Leidenschaft für die Unterstützung von Frauen und Familien während der Schwangerschaft, Geburt, im Wochenbett, während der Stillzeit und bis zum ersten Geburtstag des Kindes haben. Dieses Studium ist ideal für diejenigen, die in einem Gesundheitsberuf mit hohem Maß an Eigenverantwortlichkeit arbeiten möchten.
Das sechssemestrige Vollzeitstudium schließt mit dem akademischen Grad Bachelor of Science in Health Studies (BSc) ab und bereitet auf alle Facetten des Hebammenberufs vor. Die Kombination aus forschungsgeleiteter Lehre und einem hohen Praxisanteil garantiert, dass Absolventinnen und Absolventen für die vielfältigen Tätigkeitsbereiche einer Hebamme bestens ausgebildet werden.
Studienplätze: 15; Studienort: Hochschule Burgenland-Studienzentrum in Pinkafeld; Sprache: Deutsch (erforderliches Sprachniveau mind. B2), einzelne Lehrveranstaltungen können auch in Englisch gehalten werden (erforderliches Sprachniveau mind. B2); Studiengebühren: keine
Mehr Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung unter: www.hochschule-burgenland.at
(Ende)| Aussender: | Hochschule Burgenland |
| Ansprechpartner: | Mag. Christiane Staab |
| Tel.: | +43 57707 3537 |
| E-Mail: | christiane.staab@hochschule-burgenland.at |
| Website: | www.hochschule-burgenland.at |


