Mittelständler wollen nach Rückzug schließen
Problem der Nachfolge wiegt schwer - Jedes vierte Unternehmen laut KfW-Umfrage betroffen
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Schwieriges Telefonat: Oft ist in der Familie kein Nachfolger (Foto: pixabay.com, michael_schueller) |
Frankfurt am Main (pte022/09.01.2026/13:59)
Jedes vierte mittelständische Unternehmen in Deutschland erwägt, nach dem Ausscheiden der jetzigen Senior-Generation in der nahen oder ferneren Zukunft zu schließen. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Sonderauswertung im Rahmen des KfW-Mittelstandspanels. An der Befragung haben sich mehr als 13.000 mittelständische Unternehmen beteiligt.
569.000 Unternehmen bis 2029
569.000 Unternehmer, die ihren Rückzug aus der Firma bis Ende 2029 planen, streben keine Fortführung des Geschäftsbetriebs an. Das entspricht jährlich 114.000 Geschäftsaufgaben. Demgegenüber stehen 545.000 Mittelständler, die bis Ende 2029 eine Nachfolgeregelung finden wollen - das sind gut 109.000 Unternehmen im Jahr.
Erstmals gibt es laut den Ökonomen damit einen kleinen Überhang von Unternehmen, die die Stilllegung planen. 2025 waren 57 Prozent der mittelständischen Unternehmerschaft 55 Jahre oder älter, das waren noch einmal drei Prozentpunkte mehr als 2024. Vor 20 Jahren waren es 20 Prozent. Unternehmer empfinden die Suche nach passenden Nachfolgern als schwierig.
Kaum Interesse an Fortführung
47 Prozent der Befragten mit Stilllegungsplänen erklären, dass es in ihrer Familie kein Interesse an einer Fortführung, etwa durch die Kinder, gebe. 42 Prozent nennen zu viel Bürokratie, zwölf Prozentpunkte mehr als 2024 und so viele wie nie. Bei einer Nachfolge sind viele Fragen zu klären, auch steuerliche Aspekte und Info- und Meldepflichten zu beachten.
Auch Kaufpreise sind ein Thema. Diese sind seit 2019 angezogen. Unternehmer, die binnen fünf Jahren eine Nachfolgeregelung anstreben, wollen im Schnitt 499.000 Euro erzielen. Vor sechs Jahren waren es noch 372.000 Euro. Die Erhöhung der Kaufpreisvorstellungen liegt damit über der Inflation in diesem Zeitraum, preisbereinigt liegt das Plus bei 9,5 Prozent.
Vor sechs Jahren wollten nur 18 Prozent der Mittelständler einen Kaufpreis von mehr als einer Mio. Euro erzielen; nun sind es 27 Prozent. Dagegen wollen sich nur noch fünf Prozent der Unternehmer mit weniger als 50.000 Euro zufriedengeben; 2019 waren es noch 18 Prozent. Im Median planen die Unternehmensführer, 375.000 Euro einzunehmen - das heißt, die Hälfte der Unternehmer liegt mit den Vorstellungen jeweils darunter oder darüber.
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