Wirtschaftliche Erholung Deutschlands in Gefahr
Finanzmarkttest des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung sieht Energiepreise als ein Rikiso
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Zartes Pflänzchen: Iran-Krieg gefährdet Erholung der deutschen Wirtschaft (Bild: ChatGPT/Dall-E) |
Berlin (pte030/20.03.2026/12:45)
Die zarte Erholung der deutschen Wirtschaft droht immer mehr vom eskalierenden Krieg im Nahen Osten abgewürgt zu werden - insbesondere durch steigende Energiepreise, Inflationsrisiken und wachsende Unsicherheit in Bezug auf die konjunkturelle Entwicklung. Das zeigt der aktuelle Finanzmarkttest des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).
Zunehmender Inflationsdruck
"Steigende Energiepreise bremsen Wachstum und verstärken zugleich den Inflationsdruck. Sollten die Beeinträchtigungen der Energieversorgung längerfristig andauern, dann wird die Preisstabilität in Deutschland gefährdet", unterstreicht Lora Pavlova, Leiterin des ZEW-Finanzmarkttests. Und Kollegin Anna-Lena Herforth ergänzt: "Die massiv gestiegene Unsicherheit hält Investoren zurück und macht Haushalte sparsamer."
Auch das ifo Institut warnte, wie pressetext berichtete. Ein kurzfristiger Energiepreisanstieg, so die Experten, verlangsamt das Wirtschaftswachstum 2026 gegenüber Vorkriegs-Schätzungen um 0,2 Prozentpunkte. Die ifo-Ökonomen rechnen daher mit einem Wachstum von 0,8 Prozent in diesem und 1,2 Prozent im nächsten Jahr. Die Inflationsrate steige auf knapp 2,5 Prozent, wenn die Öl- und Gaspreise innerhalb der nächsten Wochen wieder sinken.
Bis zu drei Monate Iran-Krieg
Die ZEW-Analyse unterscheidet drei Konflikt-Szenarien. Am wahrscheinlichsten ist aus Sicht der befragten Finanzmarktexperten ein anhaltender Konflikt von bis zu drei Monaten. In diesem Fall bleiben die Energiepreise länger erhöht und die wirtschaftliche Unsicherheit hoch. Das Wachstum in Deutschland würde sich dadurch spürbar verlangsamen, während die Inflation auf rund 2,7 Prozent ansteigen dürfte.
Ein noch längerer und intensiverer Konflikt, so die ZEW-Wissenschaftler weiter, könnte die Wirtschaft 2026 sogar in eine Phase der Stagnation führen und die Inflation deutlich über die Zielmarke der Europäischen Zentralbank treiben. Eine schnelle Deeskalation, die zunehmend als unwahrscheinlich gilt, würde die wirtschaftlichen Folgen deutlich begrenzen, heißt es.
Kritischer für Deutschland als Industrienation bleiben hohe Energiepreise. Sie erhöhen die Produktionskosten der Firmen und schwächen die Kaufkraft der privaten Haushalte. Hinzu kommen Störungen von Lieferketten und eine sinkende Investitionsbereitschaft infolge hoher Unsicherheit. Wirtschaftspolitisch erwarten die Befragten vor allem eine fiskalische Stabilisierung der Energieversorgung und eine Entlastung von Unternehmen und Haushalten.
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