pts19980318013 in Business
Warum wird Wissen für Unternehmen immer wichtiger?
Das gemanagte Wissen als Unique Selling Proposition (USP)
Wien (pts013/18.03.1998/19:09)
Wissen ist Rohstoff, Produktionsfaktor, Wettbewerbfaktor, intellektuelles Kapital, Zukunftskapital - kurzum Wissen ist Erfolg. Dennoch steht die systematische Entwicklung dieser Ressource bei Österreichs Unternehmen noch am Anfang. Die Österreichische Vereinigung für Qualitätssicherung (ÖVQ) bietet jetzt einen Knowledge-Management-Lehrgang an.Wissen wird erst heute ein Thema, weil der geschickte und entschlossene Einsatz von traditionellen Produktionsfaktoren in früheren Jahrhunderten für Unternehmen ausreichte, um erfolgreich zu sein. Dieser Erfolg machte eine tiefere Reflexion über die Wissensfaktoren überflüssig.
Wissen war immer unentbehrlich für Unternehmenserfolg. Es war aber in der Funktion reines Fachwissen. Kam besonderes unternehmerisches Geschick hinzu, sprach man von unternehmerischem Wissen. Der Ingenieur Siemens, der Chemiker, der I.G. Farben gegründet hat, oder Bill Gates, waren bzw. sind "gescheit". Heute spricht man diese Eigenschaften, noch mehr mystifizierend, auch Organisationen zu. Man spricht von "intelligenten" oder "dummen" Organisationen.
Um welches Wissen geht es?
Das Wissen einer Organisation besteht nicht nur aus Fachwissen und fachübergreifendem Wissen von Einzelpersonen und Spezialisten, sondern auch aus Wissen, das gemeinsam mit anderen Mitarbeitern projektbezogen und interdisziplinär erarbeitet, in Wissensbasen objektiviert und weiterentwickelt wird. Die Gesamtheit dieses ständig wachsenden Wissens ist der eigentliche USP eines Unternehmens.
Wissen wird zum Erfolgs- und Überlebensfaktor, wenn Unternehmenserfahrungen, Kenntnis der Zusammenhänge in Organisationen, das Wissen um Kundenwünsche sowie Marktverhältnisse systematisch organisiert und jederzeit verfügbar gemacht werden. Blaise Rédei, der Leiter der Wissensmanagementkurse der ÖVQ, setzt auf softwareunterstütztes Wissensmanagement, um das intellektuelle Kapital optimal auszunützen. Er begreift Wissen als Basis für die Steigerung der Innovationskraft, die Erschließung neuer Märkte sowie der Erneuerung der Kosten- und Leistungsstruktur.
Wissensproduktion managen
Das richtige Management von Wissen trägt dazu bei, Entwicklungsprozesse und -projekte zu beschleunigen und dabei Risiken zu begrenzen. Wissensmanagement hat dabei u.a. die Aufgabe, gesichertes Wissen an Mitarbeiter weiterzugeben, die nicht persönlich an der Wissensproduktion beteiligt waren. "Entscheidende Wissensdefizite rechtzeitig zu erkennen ist daher eine zentrale Aufgabe", betont Rédei.
Im ersten Schritt muß vorhandenes Wissen durch geeignete Methoden identifiziert, inventarisiert, objektiviert und bewertet werden. Informationen und Daten dürfen dabei nicht mit Wissen gleichgestellt werden. "Wissen muß als eigenständige Ressource eingesetzt und wiederverwertbar gemacht werden", erklärt Rédei, "denn schließlich ist organisiertes Wissensmanagement die Basis für strategische Entscheidungen".
Die jeweils dreitägigen Wissensmanagement-Lehrgänge finden vom 4. bis 6. Mai 1998, vom 3. bis 5. Juni und vom 18. bis 20. Juni 1998 in Wien (Hotel Bosei) statt. Anmeldungen bitte bei der ÖVQ.
H i n t e r g r u n d
Wozu Wissensproduktion?
Wissensproduktion ist die logische Folge praktischer (kommerzieller, organisationeller) Absichten. Wissen wird daher meist in einem "context of application" (Verwertungszusammenhang) produziert - also in der Absicht, einer Organisation von Nutzen zu sein, sei es ein Unternehmen, eine Regierung, eine Gesellschaft.
Die neue Wissenproduktion - Lernen in der Organisation
Teilnehmer an Wissensentwicklungsprojekten produzieren Wissen, das sie alleine nicht produzieren hätten können. Dabei entsteht eine Rückkopplung aus dem in den Wissensbasen objektivierten, konstruierten Wissen ins Wissen jedes Teilnehmenden als Einzelperson.
Die Wissensbasis der Organisation - Wissenstransfer
Neben diesem aktuellen Assimilierungsprozeß bei den Teilnehmern an Wissensproduktionsprozessen stellt das neuentwickelte Wissen in Wissensbasen die Grundlage für selektierte und kontrollierte Wissenstransfers innerhalb und außerhalb des Unternehmens dar.
Neue Produkte und Märkte
Neue Produktspezifikationen und Marktkonzepte sind das Ergebnis der portionierten Anwendung und Verwertung von Wissen einer Organisation. Umgekehrt werden diese stets in dem Kontext, in dem sich die Organisation positioniert hat, entwickelt.
Information: ÖVQ, Ing. Viktor Seitschek, Gonzagagasse 1/24, 1010 Wien,
Tel. 01/533 30 52, Fax 533 30 55, http://www.oevq.co.at/oevq/
Kurzbiografien
Manfred Blachfellner (Foto)
geb. 1940 in Innsbruck, Ausbildung zum Controller an der Controller Akademie 1983, Moderationsausbildung 1987, TQM-Assessor 1996. Leitende Tätigkeit im Bank- und Hotelwesen, in Unternehmen der Elektrobranche und der Pharma-Industrie, zwischen 1985-95 Vorstandsmitglied im deutschen Controller Verein e.V. Seit 1986 Trainertätigkeit für WIFI Oberösterreich und Wien, Hernstein International Management Institute und die Österreichische Vereinigung für Qualitätssicherung (ÖVQ). Seit 1989 Referent im Konzern-Controlling des Austrian Industries Konzerns und im Bereich Privatisierung der Österreichischen Industrieholding (ÖIAG).
Blaise Rédei, B.A.
geb. 1939 in Budapest, Emigration 1956 nach England, Universitätsabschluß 1966: B.A. (Hons.) in Philosophy, 1966 bis 1982 Programmierer, Systemanalytiker, Projekt Manager bei ICL in London und Sperry Univac in London und Wien, danach Datenbankkonsulent bei CBM Wien und Oracle Europe, ab 1984 selbständiger Berater und Software-Entwickler im Bereich Datenbankdesign, Prototyping in logic programming, konzeptioneller Modellierung und Projektmanagement, seit 1993 Softwareentwicklung im Bereich Wissensmanagement. (Ende)
| Aussender: | Oesterreichische Vereinigung für Qualitätssicherung (ÖVQ) |
| Ansprechpartner: | Dr. Wilfried Seywald, email: <A HREF=mailto:temmel@seywald.co.at>temmel@seywald.co.at</A>, Tel. 01/4 |
| Website: | www.oevq.co.at/oevq/ |
