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pte20210505004 Medien/Kommunikation, Politik/Recht

Wahlen: Schmutzkübel geht nach hinten los

Unbeteiligter Kandidat wird bei Angriffen von Mitbewerbern leicht zum lachenden Dritten


Wutrede: Kommt bei Wählern nicht gut an (Foto: Tycho Atsma, unsplash.com)
Wutrede: Kommt bei Wählern nicht gut an (Foto: Tycho Atsma, unsplash.com)

Mailand (pte004/05.05.2021/06:05) - Im Wahlkampf greifen Kandidaten oft zum Schmutzkübel. Doch derartige Angriffe auf einen Gegner gehen laut Forschern der Bocconi University http://unibocconi.eu schnell nach hinten los. Greift ein Kandidat einen anderen mit Negativwerbung an, wird demnach ein unbeteiligter Dritter rasch zum Lachenden, der durch die Aktion Stimmanteile gewinnt. Der Angreifer erscheint den Menschen nämlich dadurch eher ideologisch extrem.

Selbstbeschmutzung

Nicht nur in US-Präsidentenwahlkämpfen kommt oft der Schmutzkübel zum Einsatz. Um zu klären, was das wirklich bringt, haben die Bocconi-Forscher eine Bürgermeisterwahl mit drei Kandidaten in einer italienischen Stadt zunächst für einen Feldversuch genutzt. So konnten sie zeigen, dass es einem Herausforderer nichts bringt, wenn Freiwillige in bestimmten Wahlsprengeln mit einem Angriff auf den Amtsinhaber von Tür zu Tür gehen. "Wir haben einen deutlichen Nebeneffekt der Negativkampagne für den unbeteiligten Kandidaten beobachtet, dessen Stimmanteil um 3,7 Prozentpunkte stieg", so Wirtschaftsprofessor Vincenzo Galasso.

In Laborversuchen mit einer ähnlichen Wahl in einer fiktiven Stadt haben die Forscher dann ermittelt, wie verschiedene Videobotschaften wirken. Wenn Probanden positive Botschaften von allen Kandidaten zu sehen bekamen, kam der eine Herausforderer auf 29,4 Prozent Stimmanteil. Zeigten die Forscher einen Clip mit einer neutral formulierten Attacke auf den Amtsinhaber, sank der Anteil auf 17 Prozent, mit einem aggressiven Schmutzkübel-Clip sogar auf 14,9 Prozent. Großer Nutznießer war auch hier wieder der andere Herausforderer, dessen Stimmanteil merklich anstieg.

Extremismusverdacht

Das Team ist auch der Frage nachgegangen, woran genau dieser Effekt der Stimmverschiebung eigentlich liegt. Dazu haben die Forscher die 2.971 Laborversuchsteilnehmer näher befragt. Eine Negativkampagne vermittelt den Wählern demnach eher den Eindruck, dass ein Kandidat wettbewerbsorientiert statt kooperativ ist, einen schlechten Bürgermeister abgeben würde und womöglich einer extremen Ideologie anhängt.

(Ende)
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