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pte20201029001 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

USA: MS-Patienten leiden oft unter Missbrauch

Bereits 55 Prozent der Patienten betroffen - Finanzielle und sexuelle Ausbeutung nicht selten


Gehirn-Scans: MS beeinträchtigt Patienten stark (Foto: pixabay.com, Wikilmages)
Gehirn-Scans: MS beeinträchtigt Patienten stark (Foto: pixabay.com, Wikilmages)

Riverside (pte001/29.10.2020/06:00) - Vier von zehn US-Amerikanern mit fortgeschrittener Multipler Sklerose (MS) werden laut einer Studie der University of California http://ucr.edu von einer Person, die für ihre Pflege verantwortlich ist, emotional missbraucht. Ein Viertel der Betroffenen wird finanziell ausgebeutet. Einer von sechs Patienten wird vernachlässigt, einer von neun geschlagen und einer von zwölf durch die pflegende Person sogar sexuell missbraucht.

Risikofaktoren früh erkennen

Die Ergebnisse dieser Studie sind laut Forschungsleiterin Elizabeth Morrison-Banks ein kollektiver Schrei nach Hilfe von den vielen Familien, die in den USA von MS betroffen sind. Weltweit leiden mehr als 2,3 Mio. Menschen an dieser Autoimmunerkrankung. Für Familien, die mit finanziellen Problemen kämpfen, ist eine bezahlte Pflegeperson häufig keine Option. Familienmitglieder müssen dann einspringen, um diese Lücke zu füllen.

"Manche Betroffene arbeiten Vollzeit, sorgen für Kinder und andere Familienmitglieder und haben fallweise selbst Gesundheitsprobleme. All diese Herausforderungen können das Risiko einer Misshandlung erhöhen", so die Expertin. Das Gros der pflegenden Familienmitglieder würde die Patienten aber nicht missbrauchen. Das gelte auch für Situationen, die sehr fordernd sein können. Es sei jedoch wichtig, die Risikofaktoren für den Missbrauch von Personen mit Behinderungen zu erkennen und alles Mögliche zu tun, um ihn zu identifizieren, zu mildern und zu verhindern.

206 Patienten mit MS befragt

Laut den Forschern handelt es sich um die erste veröffentlichte Umfrage, die die Art und das Ausmaß der Misshandlung bei erwachsenen MS-Patienten in den USA dokumentiert. In Kooperation mit dem North American Research Committee on Multiple Sclerosis wurde eine Telefonumfrage mit 206 Personen mit fortgeschrittener Multipler Sklerose durchgeführt.

Danach waren fast 55 Prozent der Teilnehmer seit dem Beginn der Pflege durch ein Familienmitglied oder einen Freund einer Art von Misshandlung ausgesetzt. Die Experten haben noch keine vollständige Klarheit über die Risikofaktoren für eine Misshandlung. Ihre anonyme Telefonumfrage ergab jedoch, dass Familienmitglieder, die jeden Tag für die Pflege verantwortlich waren, eher zu Missbrauch neigten.

Zu den anderen Risikofaktoren gehörte eine größere kognitive Einschränkung oder die Erschöpfung der Patienten sowie eine psychische Erkrankung der Pflegenden, Alkoholkonsum durch die Pflegenden oder Patienten sowie eine geringere soziale Unterstützung innerhalb der Familie. Die Studie umfasst keine bezahlten Pflegepersonen oder ausgebildeten Mediziner. Details wurden in "Multiple Sclerosis and Related Disorders" veröffentlicht.

(Ende)
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