pts20260317008 in Leben

UKH Salzburg: Spezialklinik für Arbeitsunfälle

Zwei Patientengeschichten zeigen die Kompetenz des Hauses


Salzburg (pts008/17.03.2026/09:15)

Ein Moment der Unachtsamkeit, eine falsche Bewegung, ein technischer Defekt: Arbeitsunfälle verändern in Sekundenbruchteilen das Leben von Menschen. Im Unfallkrankenhaus Salzburg (UKH) zeigt sich täglich, wie entscheidend eine hochspezialisierte und eingespielte Versorgungskette ist – von der Erstversorgung im Schockraum bis zur Rekonstruktion komplexer Verletzungen und der Rehabilitation.

Fall 1: Landwirt überlebt eine gefährliche Halswirbelverletzung

Ein 40-jähriger Landwirt aus dem Flachgau wurde nach einem schweren Traktorunfall mit Schockraum-Alarm ins UKH Salzburg eingeliefert. Die Diagnose: eine hochriskante Verletzung der Halswirbelsäule im Bereich unmittelbar unterhalb des Schädelansatzes – ein Bereich, bei dem bereits geringe Verschiebungen lebensbedrohlich sein können.

Nach umfassenden Voruntersuchungen folgten mehrere Operationen: zuerst an der Halswirbelsäule, danach an der Schulter. "Gerade in diesem Bereich entscheidet die Präzision der Diagnostik und die Erfahrung im OP über das neurologische Ergebnis", erklärt Prim. Priv.-Doz. Dr. Thomas Hausner, Leiter der Abteilung für Orthopädie und Traumatologie des UKH Salzburg. Der Patient wurde von Wirbelsäulenspezialist OA Dr. Markus Garber operiert.

Ein Jahr später, nach geplanter Metallentfernung, zeigt sich ein außergewöhnlich gutes Ergebnis: keine sensomotorischen Defizite, volle Kraftgrade, schmerzfrei, guter Allgemeinzustand. Der Patient ist im Arbeits- und Familienleben wieder gänzlich angekommen

Fall 2: Komplexe Handrekonstruktion – Tischler erhält nach einer Kreissägeverletzung seine Handfunktion zurück

Ein Tischler aus dem Flachgau verletzte sich mit der Kreissäge. Verletzungen durch Werkzeug – etwa Kreissägen – machen 17 Prozent aller Arbeitsunfälle aus. Die Säge trennte ihm den Zeigefinger fast vollständig ab. Weitere Finger waren teilweise abgetrennt. Kreissägen zerreißen das Gewebe und verbrennen es zugleich. Das macht solche Verletzungen kompliziert.

Es folgten zahlreiche rekonstruktive Eingriffe über Monate hinweg. Der Zeigefinger konnte erhalten werden, für den vierten und fünften Finger wurden belastbare Teilprothesen angepasst. Die Rehabilitation dauerte lange, war aber erfolgreich.

"Die Operation ist nur die halbe Miete. Die andere Hälfte ist die Therapie", betont Dr. Hausner. "Unsere Therapeutinnen und Therapeuten leisten hier über Wochen und Monate entscheidende Arbeit in lückenloser Abstimmung mit den AUVA-Rehazentren."

Der Tischler arbeitet heute wieder in seinem Beruf. Für ein so komplexes Verletzungsmuster ist das ein außergewöhnlicher Erfolg.

Warum das UKH Salzburg für Arbeitsunfälle entscheidend ist

Rund 30 bis 35 Prozent aller Arbeitsunfälle sind Handverletzungen – im UKH Salzburg ein zentraler Schwerpunkt. Ebenso gehören Wirbelsäulen- und Beckenverletzungen zu den Kernkompetenzen des Hauses. "Wir sind ein hochspezialisiertes Haus, das sich ausschließlich auf Unfallmedizin konzentriert", so Dr. Hausner. Dadurch sind Teams eingespielt, Entscheidungswege kurz und Abläufe effizient.

Das UKH übernimmt auch die Therapie nach der OP. Die Reha läuft im Haus und in den AUVA-Rehazentren weiter. Das Ziel ist klar: Menschen sollen möglichst rasch wieder arbeitsfähig sein und ihren Alltag meistern können – mit guter Funktion, gutem Aussehen und möglichst wenig Schmerzen.

AUVA: Hohe Behandlungsqualität, finanziert durch Arbeitgeberbeiträge

Die AUVA ist der gesetzliche Träger der Unfallversicherung für Beschäftigte und Lehrlinge in Österreich. Sie versichert 4,7 Millionen Menschen, darunter 1,5 Millionen Schüler:innen, Studierende und Kindergartenkinder. Sie finanziert sich ausschließlich aus Sozialversicherungsbeiträgen der Arbeitgeber, nicht aus Steuermitteln. Rund 85 Prozent der Patientenfälle im UKH Salzburg sind keine Arbeitsunfälle – ein Beitrag zur Allgemeinheit, obwohl das UKH dafür eigentlich nicht zuständig wäre.

Standort bleibt – die AUVA investiert in Robotik und Tageschirurgie

Die AUVA hat sich klar zum Standort Salzburg bekannt. Im Rahmen des Zukunftskonzepts "Modell Ortho Trauma Salzburg" wird in moderne chirurgische Technologien investiert – unter anderem Robotik, smarte Abläufe und den Ausbau der Tageschirurgie. Angestrebt wird dabei die Etablierung einer hocheffizienten Tagesklinik nach dem Vorbild des Traumazentrums Wien-Brigittenau. Das Ziel: "Morgens operiert, abends daheim" – für kürzere Wartezeiten und eine schnelle Genesung im gewohnten Umfeld.

Der Auftrag ist klar: Menschen nach Arbeitsunfällen zurück ins Leben bringen

Dr. Hausner fasst es so zusammen: "Unser Ziel ist es, Menschen frühzeitig mit hoher Funktionalität, einem guten ästhetischen Ergebnis und möglichst wenig Schmerzen wieder ins Arbeits- und Familienleben zu bringen." Die beiden aktuellen Fälle zeigen: Spezialisierung rettet nicht nur Leben – sie schafft Perspektiven.

(Ende)
Aussender: AUVA – Allgemeine Unfallversicherungsanstalt // Stabstelle Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit
Ansprechpartner: Christoph Luke
Tel.: +43 676 83 39 54 082
E-Mail: kommunikation@auva.at
Website: www.auva.at
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