pte20260401004 in Forschung

Social Media schürt Frauenfeindlichkeit bei Schülern

Britische Lehrkräfte sprechen sich in NEU-Befragung für strengere Regulierung der Techfirmen aus


Social-Media-Apps: Forcieren problematisches Verhalten von Schülern (Foto: pixabay.com, Pixelkult)
Social-Media-Apps: Forcieren problematisches Verhalten von Schülern (Foto: pixabay.com, Pixelkult)

London (pte004/01.04.2026/06:15)

Jede sechste britische Lehrerin ist im letzten Jahr von Schülern verbal frauenfeindlich angegriffen worden. Angeheizt werde dieses Verhalten durch entsprechende Inhalte in sozialen Medien. Dies ergibt eine jüngst veröffentlichte Umfrage der National Education Union (NEU) unter 10.578 Lehrkräften im Land. Demnach zeigen viele Kinder ein "erschreckendes" Maß an Frauenfeindlichkeit.

Rassismus und Mobbing alltäglich

Über die Hälfte der befragten Lehrer gab an, dass Content in sozialen Netzwerken rassistisches (52 Prozent) und frauenfeindliches Verhalten (56 Prozent) ihrer Schüler beeinflussen. Auch gegenseitiges Mobbing würde dadurch vestärkt, unter anderem durch kontroverse nächtliche Online-Chats.

Mehr als sieben von zehn Befragten stellten laut NEU fest, dass soziale Medien auch zu Konzentrationsverlusten bei Schülern geführt hätten. Zwei Drittel sehen die Ursache dafür in damit einhergehenden psychischen Problemen und Schlafmangel. Viele Kinder seien erschöpft, weil sie bis in die frühen Morgenstunden online sind, könnten sich nicht konzentrieren und ihr Verhalten verschlechtere sich.

Aktuell erwägt die britische Regierung Maßnahmen zum Schutz von Kindern unter 16 Jahren im Internet, möglicherweise ein Social-Media-Verbot nach australischem Vorbild oder Maßnahmen wie Zeitbeschränkungen und Sperrstunden. 98 Prozent der befragten Lehrkräfte äußerten, strengere Vorschriften für Tech-Unternehmen unterstützen zu wollen, um Kinder vor süchtig machenden Algorithmen zu schützen.

Appell an Politiker

NEU-Generalsekretär Daniel Kebede bezeichnet die Auswirkungen des Social-Media-Konsums auf die Schüler und deren Verhaltensweisen gegenüber Lehrkräften als "äußerst besorgniserregend". Er betont, dass die Minister nicht zögern dürften, Maßnahmen zur Eindämmung der Technologiefirmen zu ergreifen.

"Süchtig machende Algorithmen in den sozialen Medien versorgen unsere Kinder täglich mit schädlichen Inhalten. Diese Inhalte haben eindeutig negative Auswirkungen – Pädagogen berichten von rassistischem und frauenfeindlichem Verhalten junger Menschen, beeinflusst durch das, was sie online gesehen haben", so Kebede weiter. Dies sei kein Problem, dass Schulen oder Eltern allein lösen könnten.

"Die überwiegende Mehrheit der Lehrkräfte und des schulischen Hilfspersonals befürwortet strengere Vorschriften für Tech-Unternehmen zum Schutz junger Menschen. Deshalb fordern wir die Regierung auf, das Mindestalter für den Zugang zu sozialen Medien von 13 auf 16 Jahre anzuheben", so Kebede abschließend. Die Regierung hat bereits zu handeln begonnen und spezielle Kursangebote für Schüler entwickelt, die durch misogynisches Verhalten aufgefallen sind.

(Ende)
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