pte20260402004 in Leben

Smartes System erkennt Krebszellen genau

Gesundes Gewebe bleibt heil dank auf DNA-Strängen basierender Technologie von Schweizer Forschern


Krebstherapie: Präzision nimmt weiter zu (Foto: pixabay.com, PDPics)
Krebstherapie: Präzision nimmt weiter zu (Foto: pixabay.com, PDPics)

Genf (pte004/02.04.2026/06:15)

Wie kann auf Krebszellen abgezielt werden, ohne das gesunde Gewebe zu schädigen? Forscher der University of Geneva (UNIGE) haben jetzt eine Antwort darauf gefunden: Mittels synthetischer DNA-Stränge haben sie ein smartes System entwickelt, das Krebszellen mit außergewöhnlicher Genauigkeit erkennen kann. Wirksame Medikamente werden in der Folge nur dort freigesetzt, wo sie wirklich notwendig sind. Neben der Behandlung von Krebs soll dieser Ansatz auch den Weg für smarte Medikamente und einer programmierbaren Verabreichung ebnen.

DNA-Stränge steigern Mobilität

Die neue Technologie basiert auf DNA-Strängen, die relativ klein sind und sich leichter durch Tumore bewegen können als herkömmliche, auf Antikörpern basierende Behandlungsansätze. Bei diesem neuen Verfahren transportieren unabhängige DNA-Stränge unterschiedliche Komponenten. Dazu gehören auch zwei verschiedene Moleküle, die sich spezifisch an Krebszellen anbinden sowie ein zytotoxisches Medikament.

Binden sich zwei spezifische Krebsmarker an ihre jeweiligen mit der DNA verknüpften Binder, bauen sich die Bestandteile genau beim Tumor zusammen. Diese Montage ermöglicht bei Medikamenten die Verabreichung von höheren Konzentrationen. Sie wird durch zahlreiche DNA-Fragmente verstärkt, die sich bei Bedarf verbinden. Dieser Vorgang findet nur dann statt, wenn beide Krebsmarker vorhanden sind. Fehlt ein Marker, gibt es keine Kettenreaktion und das Medikament bleibt inkativ.

Medikament reagiert intelligent

Bei Laborstudien identifizierte diese neue Technologie Krebszellen erfolgreich. Die nahen gesunden Zellen wurden dabei nicht beschädigt. Die Forscher veröffentlichten die Forschungsergebnisse ihrer Studie im Fachjournal "Nature Biotechnology" und konnten außerdem nachweisen, dass Kombinationstherapien bei der gleichen Behandlung durchgeführt werden können. Diese Strategie könnte helfen, Resistenzen gegen Medikamente zu verhindern oder zu überwinden. Laut dem Letztautor der Studie, Nicolas Winssinger, kann das Medikament auf einfache Art und Weise intelligent auf biologische Signale reagieren.

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