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pte20190906004 Medien/Kommunikation, Politik/Recht

Russlands Propaganda lässt viele Kirgisen kalt

Wissenschaftliche Erhebung ausgewertet - Nur Einfluss auf Meinung zu unvertrauten Themen


Wladimir Putin: Propaganda ist nicht immer effektiv (Foto: pixabay.com, klimkin)
Wladimir Putin: Propaganda ist nicht immer effektiv (Foto: pixabay.com, klimkin)

Miami (pte004/06.09.2019/06:15) - Russlands Propaganda hat in ehemaligen Staaten der Sowjetunion wenig Erfolg. Denn nur wenn die Rezipienten über ein Thema wenig wissen, haben russische Medien überhaupt Einfluss, wie eine Studie der University of Miami http://miami.edu besagt. Als Beispiel ziehen die Autoren Hannah Chapman und Theodore Gerber das Land Kirgisistan und die Wirkung des russischen Fernsehens auf die Meinung seiner Bürger heran.

Keine Chance bei Bekanntem

"Russische Nachrichtensendungen beeinflussen die Meinung der Kirgisen nur bei einer begrenzten Anzahl von Themen. Nämlich die, über die sie keine anderen Informationsquellen haben", schreiben die Autoren. Der Einfluss von Russland würde sich nur auf die Ansichten über Ereignisse beschränken, die sich weit entfernt abspielen.

Für die Studie haben die Forscher die Ergebnisse einer Umfrage verwendet, die sie bereits im Jahr 2015 in Kirgisistan durchgeführt hatten. Befragt wurden 2.200 Bürger des ehemaligen Sowjetstaates zu ihren Ansichten über Russland und wie oft sie russisches Fernsehen sahen. Der Umfrage zufolge zeigten russische Medien nur dann einen Einfluss auf ihre Meinung, wenn die Seher über wenige persönliche Erfahrungen und Wissen über ein Thema verfügten.

Kirgisen haben eigene Meinung

Den Forschern nach haben die meisten Befragten ein negatives Bild von den USA und machen sie für den Konflikt auf der Krim-Halbinsel verantwortlich. Damit bestätigen sie Narrative, die russische Medien lange propagiert haben. Jedoch hatten deren Nachrichten unter anderem mit Meldungen über soziale Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung Russlands wenig Erfolg bei den Kirgisen. Das liege vor allem daran, dass die meisten Bewohner von Kirgisistan schon einmal in Russland waren oder zumindest jemand kennen, der das Land bereits besucht hat.

Die Experten geben zu bedenken, dass sie die Umfrage vor vier Jahren durchgeführt haben und sich die Medienlandschaft in Kirgisistan seither deutlich verändert haben könnte. War 2015 noch Fernsehen das beliebteste Medium, könnte das Internet in der Zwischenzeit vieles verändert haben. Jedoch gehen Chapman und Gerber davon aus, dass es grundsätzlich schwer ist, die Bürger einer anderen Nation durch Medien zu beeinflussen.

(Ende)
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