RAID schützt nicht vor allem: Warum viele KMU ihre Datensicherung überschätzen
KMU-Backupstudie 2025: 72 Prozent der Betriebe testen ihre Datensicherung kaum oder nie
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Synology NAS im Labor: RAID-Ausfallschutz ersetzt nicht unabhängige Datensicherung (©DATA REVERSE)
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Leipzig (pts022/08.06.2026/13:50)
Redundanz und Datensicherung sind zwei verschiedene Dinge
NAS-Systeme mit RAID-Konfiguration gehören in vielen Unternehmen zur Standardausstattung. Die Geräte sind kosteneffizient, schnell betriebsbereit und bieten das, was IT-Verantwortliche in KMU häufig suchen: zentralen Speicher mit integriertem Ausfallschutz. Wer Festplatten im Verbund betreibt, verliert nicht sofort seinen gesamten Datenbestand, wenn eine davon ausfällt. Das ist richtig. Nur ist das noch keine Datensicherung.
Ein RAID verbessert die Verfügbarkeit eines Systems. Es schützt vor dem Ausfall einzelner Laufwerke, im Rahmen dessen, was die jeweilige RAID-Konfiguration zulässt. RAID 1 spiegelt Daten auf mindestens zwei Laufwerke, RAID 5 verteilt Paritätsinformationen über mindestens drei Laufwerke und toleriert den Ausfall eines einzelnen davon. Fällt eine Platte aus, läuft der Betrieb weiter. Das ist der Zweck dieser Architektur, und in dieser Funktion leistet sie, was sie verspricht.
Was ein RAID strukturell nicht leistet: Es kann den gleichzeitigen Ausfall mehrerer Laufwerke nicht abfangen, wenn die Konfiguration das nicht hergibt. Es bietet keinen Schutz vor Firmware-Fehlern, die ein gesamtes Volume unzugänglich machen. Es verhindert keine logischen Inkonsistenzen nach abrupten Schreibabbrüchen. Und es schützt grundsätzlich nicht vor versehentlichem Löschen, Ransomware oder Feuer, weil alle Laufwerke physisch am selben Ort im selben Gehäuse betrieben werden. Jede Änderung an den Daten, ob durch einen Nutzer oder durch Schadsoftware, wird unmittelbar in den RAID-Verbund übernommen. Das System registriert keine Absicht.
Was die Praxis zeigt
Im Rahmen der KMU-Backupstudie 2025 hat DATA REVERSE® insgesamt 285 kleine und mittelständische Unternehmen zu ihrem Umgang mit Datensicherung befragt. 77 Prozent sichern ihre Daten mindestens wöchentlich, 24 Prozent täglich. Gleichzeitig gaben 72 Prozent an, die Wiederherstellbarkeit ihrer Backups selten oder gar nicht zu prüfen. 59 Prozent setzen auf hybride Lösungen aus Cloud und lokalem Speicher, wobei offen bleibt, wie viele dieser lokalen Komponenten tatsächlich als unabhängige Sicherungskopien konzipiert sind und nicht schlicht als weiteres NAS im Netzwerk fungieren.
Wie ein RAID-Ausfall in der Praxis aussieht
Ein mittelständisches Maschinenbauunternehmen betrieb seinen Server im RAID-Verbund als zentralen Dateispeicher für die Belegschaft. Eine Festplatte war seit Wochen defekt und hatte den Verbund in den degradierten Betriebszustand versetzt, ohne dass darauf reagiert worden war. Als beim nächsten Systemstart eine zweite Platte ausfiel, war das RAID nicht mehr erreichbar. E-Mails, Kontaktdaten, Konstruktionszeichnungen und Stücklisten waren blockiert. Ein Restore-Versuch scheiterte, weil das Storage-System während des Wiederherstellungsvorgangs ebenfalls versagte. DATA REVERSE® rekonstruierte das RAID-Array im Labor, reparierte die betroffenen Laufwerke und stellte den vollständigen Datenbestand innerhalb weniger Tage im 24/7-Betrieb wieder her.
Der Fall verdeutlicht, wie aus einem zunächst beherrschbaren RAID-Problem ein geschäftskritischer Datenverlust entstehen kann.
Was ein tragfähiges Backup-Konzept erfordert
Ein tragfähiges Backup-Konzept erfüllt mindestens drei Voraussetzungen: Das Sicherungsmedium ist vom Produktivsystem unabhängig. Es ist vom Netzwerk getrennt oder zumindest nicht dauerhaft erreichbar, um eine Ausbreitung von Ransomware auf die Sicherungskopien zu verhindern. Und es wurde tatsächlich getestet, das heißt nicht nur beschrieben, sondern erfolgreich wiederhergestellt.
Die 3-2-1-Regel beschreibt diesen Ansatz seit Jahren: drei Kopien der Daten, auf zwei verschiedenen Medientypen, eine davon außerhalb des Standorts. Ein NAS im Serverraum kann in diesem Schema als Backup-Ziel dienen, aber nie das Sicherungskonzept selbst ersetzen, solange keine unabhängige, geschützte und getestete Wiederherstellung möglich ist.
Wer ein NAS als zentrale Ablage betreibt und parallel eine belastbare, unter Stressbedingungen funktionsfähige Sicherungskopie vorhält, hat die richtige Architektur gewählt. Wer das NAS für beides hält, trägt ein Risiko, das sich meistens erst dann zeigt, wenn kein Zeitpuffer mehr vorhanden ist.
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