pte20260316002 in Business

Politik gegen China gefährdet viele Klimaziele

Ökonomen aus Manchester und London plädieren für Nutzung kostengünstiger grüner Produkte


Solarmodule: Ein Feld wie dieses wäre ohne China nicht möglich (Foto: Barney Elo, pixabay.com)
Solarmodule: Ein Feld wie dieses wäre ohne China nicht möglich (Foto: Barney Elo, pixabay.com)

Manchester/London (pte002/16.03.2026/06:05)

Die Bemühungen, vor allem in den USA, aber auch in Europa, die Abhängigkeit von China zu reduzieren, kann den gefürchteten Klimawandel beschleunigen. Zu dieser Warnung sehen sich James Jackson von der University of Manchester und Mathias Larsen von der London School of Economics gezwungen. Diese basiert auf einer Untersuchung, wie Chinas rascher Aufstieg zur Großmacht im Bereich grüner Technologien die globale Energiewende verändert hat.

Technik bringt grünen Boom

Chinesische Investitionen und die Industriepolitik des Landes hätten dazu beigetragen, die Kosten für Technologien im Bereich erneuerbarer Energien zu senken. In der Folge gab es vor allem im Bereich Solarenergie und Elektromobilität unter anderem in Europa und den USA einen Boom beim Bau von großen und kleinen Solaranlagen, die den Klimawandel bremsen, heißt es. Und ohne Batterien aus China wären europäische und amerikanische Elektromobile unerschwinglich, ebenso Stromspeicher in Kombination mit Solar- und Windenergieanlagen.

Die chinesische Industriepolitik habe dazu beigetragen, globale Lieferketten zu schaffen, auf die viele Länder heute bei der Einführung von Systemen für erneuerbare Energien angewiesen sind, wodurch die für Klimaschutzmaßnahmen erforderlichen Technologien weltweit leichter zugänglich wurden. Laut der Studie hat dieser Erfolg auch neue politische Spannungen hervorgerufen. Im Ergebnis hätten einige Länder den Aufbau heimischer Industrien für grüne Technologien, darunter Batterien und E-Autos, vorantreiben. Regierungen in Europa und Nordamerika würden massiv in neue Fabriken und Lieferketten investieren, um mit Chinas industrieller Stärke konkurrieren zu können.

Alles teurer und langsamer

Diese Maßnahmen zielten zwar darauf ab, die wirtschaftliche Sicherheit zu erhöhen und lokale Jobs zu schützen, könnten aber auch zu Spannungen in der Klimapolitik führen. Die Produktion von Technologien kann teurer und langsamer sein als der Import von etablierten globalen Lieferanten, warnen die Fachleute. "Der schnellste Weg zur Emissionsreduzierung könnte darin bestehen, die kostengünstigsten verfügbaren Technologien einzusetzen, von denen viele in China hergestellt werden. Doch der politische Druck, die Abhängigkeit von ausländischen Herstellern zu verringern, könnte Regierungen dazu veranlassen, der lokalen Produktion Vorrang einzuräumen, selbst wenn dies die Einführung verzögert", argumentiert Jackson.

Während die Welt daran arbeite, fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energien zu ersetzen, hänge der Erfolg des Klimaschutzes möglicherweise nicht nur von technologischer Innovation ab, sondern auch davon, wie die Länder den wachsenden Wettbewerb um die Industrien bewältigen, die den Übergang vorantreiben, unterstreichen Jackson und Larsen abschließend.

(Ende)
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