pte19971025003 in Business
Osteoporose: Rechtzeitige Behandlung verhindert Knochenbrüche
Van Swieten-Kongreß: Alendronat kann gegen Knochenschwund helfen
Wien (pte) (pte003/25.10.1997/13:19)
Etwa jede dritte Frau über 50 und ein kleinerer Anteil an Männern leidet an 'Knochenschwund' (Osteoporose). Die Krankheit selber verursacht nicht unbedingt Beschwerden, das Leiden beginnt aber dann, wenn es zum ersten Knochenbruch kommt. Beim Van Swieten-Kongreß in Wien wiesen Experten auf die guten Perspektiven hin, Osteoporose frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.Unbehandelt kann die Osteoporose zu den gefürchteten Oberschenkelhalsbrüchen führen, die ältere Menschen zum Pflegefall machen. Daß nach der Operation eine Gehbehinderung bleibt, gehört noch zu den günstigeren Prognosen - nicht wenige hochbetagte Osteoporose-Patienten sterben in der Zeit nach dem chirurgischen Eingriff an Komplikationen wie Lungenentzündung: 35 % der Patienten über 60 Jahre erleben den ersten Jahrestag nach der Operation nicht!
Ist die Knochenmineraldichte zu niedrig, ist das Risiko, einen Bruch zu erleiden, doppelt so hoch. Ist es bereits einmal zu einem Bruch - meist beim Handgelenk - gekommen, dann steigt das Risiko für eine weitere Fraktur um den Faktor 20 (!) an. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte man eine Knochendichtemessung durchführen lassen und dem extrem hohen Risiko, weitere Brüche zu erleiden, mit einer gezielten Behandlung entgegenwirken.
Besonders gut wissenschaftlich abgesichert ist die Osteoporosetherapie mit dem Aminobisphosphat Alendronat: Eine US-Studie belegt, daß mit Hilfe dieses Medikaments bei Frauen nach der Menopause, die bereits einen Bruch erlitten haben, das Risiko für weitere Frakturen - auch Hüftfrakturen um rund die Hälfte gesenkt werden konnte. Auch Frauen, die noch keine Fraktur erlitten hatten, profitieren von dieser Therapie. Die Anzahl von Wirbelkörperbrüchen konnte bei diesen Patientinnen um etwa die Hälfte verringert werden.
Mit Hilfe einer gesunden Ernährung - viel Kalzium und Vitamin D - und ausreichend Bewegung kann man bereits in jungen Jahren Vorsorge treffen und genügend Knochenmasse für später aufbauen. Die Hormonveränderung in den Wechseljahren verstärkt den Abbau von Knochenmasse - nun geht es darum, den Knochenverlust aufzuhalten und zu verlangsamen: z.B. durch gesunden Lebensstil ohne übermäßigen Nikotin- und Alkoholkonsum.
Bei nur wenigen Krankheitsbildern hat die moderne Forschung die Möglichkeit, die Erkrankung noch vor ihrem Ausbruch zu erkennen. Durch eine frühzeitige Laboruntersuchung und durch Knochendichteverlaufsmessungen kann das Osteoporoserisiko bestimmt werden und dann eine entsprechende Therapie zur Vorbeugung und Behandlung eingeleitet werden. Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten - wie z. B. eine Therapie mit Alendronat - reduzieren das Risiko, sich weitere Brüche zuzuziehen, erheblich. (Univ.-Doz.Dr. Gasser, Univ.-Prof.Dr. Willvonseder, Univ.-Prof.Dr. Klaushofer, Prim.Univ.-Doz.Dr. Resch) (Ende)
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