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pte20210415004 Unternehmen/Wirtschaft, Politik/Recht

Neuseeland zwingt Firmen zu Klimawandel-Berichten

Finanzinstitute und Versicherungen sollen Auswirkungen auf eigenes Geschäft künftig darlegen


Neuseeland: Klimawandel im Fokus des Staates (Foto: pixabay.com, 12019)
Neuseeland: Klimawandel im Fokus des Staates (Foto: pixabay.com, 12019)

Wellington (pte004/15.04.2021/06:15) -

Die Regierung Neuseelands http://govt.nz möchte den nationalen Kohlenstoffhaushalt besser in den Griff bekommen und will deshalb auch Unternehmen stärker in Sachen Nachhaltigkeit in die Pflicht nehmen. Möglich werden soll das über ein neues Gesetz, das dieser Tage im Parlament vorgelegt wird und Firmen wie Banken und Versicherungen dazu zwingen soll, die Auswirkungen des Klimawandels auf ihre geschäftlichen Aktivitäten in ihren Berichten darzulegen. Weltweit gesehen ist so etwas derzeit noch absolutes Neuland, wie die Initiatoren betonen.

[b]Klimabedingte Risiken[/b]

„Wir können es einfach nicht schaffen, das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen, wenn der Finanzsektor nicht genau weiß, welche Konsequenzen seine Investitionen auf das Klima haben", zitiert „CNN" den neuseeländischen Minister für Klimaveränderung, James Shaw. Doch genau das wolle man nun mit einer neuen Gesetzesvorlage ändern, die schon diese Woche im Parlament diskutiert wird. „Mit diesem neuen Gesetz verankern wir die Klimarisiken stärker im Herzen der wirtschaftlichen Entscheidungsprozesse", ist der Politiker überzeugt.

Konkret geht es dabei darum, Unternehmen zu verpflichten, in ihren Berichten explizit anzuführen, wie der Klimawandel und seine Folgen sich auf das eigene Geschäft auswirken. Außerdem sollen die Firmen dann auch erklären, wie sie gedenken, mit klimabedingten Risiken umzugehen. „Wenn wir den Finanzsektor dazu bringen können, hilft das den Betrieben auch, jene ihrer Aktivitäten zu identifizieren, die eine Gefahr für ihre positive Entwicklung in der Zukunft darstellen könnten", so Shaw.

[b]Im internationalen Trend[/b]

Die Regierung Neuseelands hat in den vergangenen Monaten eine ganze Reihe von Maßnahmen gesetzt, um die Kohlenstoffemissionen zu reduzieren. Unter anderem hat man sich beispielsweise selbst dem ambitionierten Ziel verschrieben, den kompletten öffentlichen Sektor bis zum Jahr 2025 klimaneutral zu gestalten. Außerdem werden Regierungsbehörden und andere Institutionen seit neuestem dazu angehalten, nur noch elektrisch betriebene Fahrzeuge anzuschaffen.

Dass Unternehmen wie Banken dazu gebracht werden sollen, die Projekte, die sie finanzieren, stärker unter dem Gesichtspunkt der Klimaveränderung zu sehen, entspricht dem gegenwärtigen internationalen Trend. In den USA haben etwa Häuser wie JPMorgan Chase, Goldman Sachs oder die Bank of America angekündigt, ihre finanziellen Aktivitäten künftig besser mit den Pariser Klimazielen in Einklang bringen zu wollen. Dazu gehört auch, die Investitionen im Bereich von fossilen Brennstoffen zurückzufahren.

(Ende)
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