Nachhaltige Veranlagung: ÖGUT prüft Österreichs betriebliche Vorsorgekassen – sieben Mal Gold, ein Mal Silber
Geprüft wurde dabei nach ethischen, ökologischen und sozialen Kriterien
Wien (pts020/11.06.2026/13:45)
Acht betriebliche Vorsorgekassen Österreichs haben sich für das Berichtsjahr 2025 freiwillig der Nachhaltigkeitsprüfung der ÖGUT, der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik, unterzogen. Geprüft wurde dabei nach ethischen, ökologischen und sozialen Kriterien. Die Zertifikate werden im Rahmen des ÖGUT-Jahresempfangs im Oktober 2026 verliehen.
Die ÖGUT prüft und zertifiziert seit 2004 betriebliche Vorsorge- und Pensionskassen nach ethischen, ökologischen und sozialen Kriterien. Die Teilnahme erfolgt auf freiwilliger Basis. Da sich alle am Markt tätigen Kassen der Prüfung stellen, deckt die Zertifizierung den gesamten Markt der betrieblichen Vorsorgekassen ab. Die nun vorliegenden Ergebnisse für das Berichtsjahr 2025 zeigen ein durchgängig sehr hohes Niveau und das kontinuierliche Engagement der Kassen im Bereich der nachhaltigen Veranlagung.
Aktuell haben über 3,8 Millionen Menschen Ansprüche in den österreichischen betrieblichen Vorsorgekassen; das von den Kassen verwaltete Kapital ist bis Ende 2025 auf 23,7 Mrd. Euro angewachsen. Damit betrifft die Frage, wie nachhaltig dieses Kapital veranlagt wird, den überwiegenden Teil der erwerbstätigen Bevölkerung.
"Dass sich Jahr für Jahr alle betrieblichen Vorsorgekassen freiwillig unserer Prüfung stellen und dabei auf hohem Niveau abschneiden, ist ein starkes Signal. Nachhaltige Veranlagung ist im institutionellen Bereich längst kein Randthema mehr, sondern gelebte Praxis", so Susanne Hasenhüttl, Sustainable-Finance-Expertin der ÖGUT.
Nachhaltigkeit und Klimaschutz in den betrieblichen Vorsorgekassen
Über die reine Veranlagung hinaus engagieren sich die betrieblichen Vorsorgekassen breit für Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Sie bekennen sich zum Pariser Klimaabkommen und haben für ihre Unternehmen Klimaschutzziele etabliert. Sie erheben die CO2-Intensität ihrer Investment-Portfolios und führen Impact-Messungen ihrer Investitionen durch. Bei der Auswahl von Finanzprodukten fragen sie gezielt nach zertifizierten Produkten, wie etwa solchen mit dem Österreichischen Umweltzeichen oder dem FNG-Siegel. Zudem führen sie strukturierte Dialoge mit Fondsanbietern zum Thema Nachhaltigkeit (Engagement).
Was geprüft wird
Die Prüfung umfasst drei Bereiche:
- Im Teil Grundsätze & Methodik werden die Veranlagungsgrundsätze und -kriterien (Positiv-, Negativ- und Ausschlusskriterien) sowie Research und Kontrolle der Kriterieneinhaltung bewertet.
- Die Prüfung des Portfolios untersucht die tatsächliche Veranlagung im Berichtszeitraum.
- Der Bereich Umfeld bezieht über die Veranlagung hinaus Kommunikation und Transparenz zur Nachhaltigkeit, den Engagement-Ansatz sowie Aspekte wie Betriebsökologie, Mitarbeiter:innenpolitik und Corporate Citizenship ein.
Der wirtschaftliche Erfolg, also die Performance der Veranlagung, ist dabei ausdrücklich nicht Teil der Prüfung.
Die Ergebnisse der Prüfung für das Berichtsjahr 2025: Sieben Mal Gold, ein Mal Silber
- Allianz Vorsorgekasse: Gold
- APK Vorsorgekasse: Gold
- BONUS Vorsorgekasse VG 1: Gold
- BONUS Vorsorgekasse VG 3 (ehem. fair-finance): Gold
- BUAK Betriebliche Vorsorgekasse: Silber
- Niederösterreichische Vorsorgekasse: Gold
- Valida Plus AG: Gold
- VBV - Vorsorgekasse: Gold
Die Ergebnisse basieren auf den Gutachten der ÖGUT in Zusammenarbeit mit einer Expert:innen-Jury.
Hintergrund: Betriebliche Vorsorgekassen
Die betrieblichen Vorsorgekassen stärken seit 2002 die betriebliche Pensionsvorsorge in Österreich. Auf gesetzlicher Grundlage (Betriebliche Mitarbeiter- und Selbständigenvorsorgegesetz – BMSVG) müssen seit 2003 Unternehmen für neu eintretende Beschäftigte monatlich 1,53 % der Bemessungsgrundlage als Beitrag zur Pensionsvorsorge einzuzahlen. Seit 2008 sind auch Selbständige, Freiberufler:innen sowie Land- und Forstwirt:innen einbezogen. Die Vorsorgekasse wird gemeinsam von Arbeitgeber:in und Betriebsrat (sofern vorhanden) gewählt.
Hintergrund: Die ÖGUT
Die ÖGUT ist eine unabhängige Non-Profit-Organisation, die sich seit 1985 für eine nachhaltige Ausrichtung von Wirtschaft und Gesellschaft einsetzt. Die Schwerpunkte der ÖGUT liegen bei den Themen Sustainable Finance, Innovatives Bauen, zukunftsfähige Energielösungen, Kreislaufwirtschaft, Partizipation sowie Gender & Diversität. Der Erfolg basiert auf dieser Breite an Themen und der interdisziplinären Zusammenarbeit von Expert:innen aus unterschiedlichen Fachrichtungen und Interessensgruppen. www.oegut.at
Rückfragehinweise:
Julia Petschinka, Öffentlichkeitsarbeit ÖGUT, Tel.: +43 1 315 63 93 34, E-Mail: julia.petschinka@oegut.at
Fachliche Ansprechpartnerin: Susanne Hasenhüttl, Sustainable-Finance-Expertin der ÖGUT, E-Mail: susanne.hasenhuettl@oegut.at
| Aussender: | ÖGUT GesmbH |
| Ansprechpartner: | Julia Petschinka |
| Tel.: | +43 1 31 56 393 34 |
| E-Mail: | julia.petschinka@oegut.at |
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