pte20110812002 in Leben

Magazincover: Frauen bloß noch Sexobjekte

Medien schlachten erotische Darstellungen immer stärker aus


Buffalo (pte002/12.08.2011/06:05) Sex als Verkaufsargument haben sich die Massenmedien in den letzten Jahrzehnten immer stärker zunutze gemacht. Insbesondere Frauen wurden dabei zunehmend zu bloßen Sexobjekten gemacht. Wie die University at Buffalo http://www.buffalo.edu aufzeigt, stellen die Titelseiten klassischer Publikumsmagazine das weibliche Geschlecht immer stärker "sexualisiert" bis hin zu "pornofiziert" dar. Dies gilt im Vergleich deutlich weniger für Männer. Der Hang zu fast ausschließlich erotischen Darstellungen in der Magazinlandschaft gibt den Experten nach Anlass zu Bedenken.

Sowohl die Bilder von Frauen als auch von Männern hat die Medienwelt in den vergangenen fünf Dekaden zunehmend sexualisiert - erstere jedoch in einer wesentlich stärkeren Intensität sowie einer höheren Frequenz. Eine aufreizende Mimik, spärliche oder gar keine Bekleidung oder auch einen explizit erotischen Begleittext zeigten den Angaben nach in den 1960er Jahren beispielsweise noch elf Prozent der Cover des Rolling-Stone-Magazins mit Männern und bereits 44 Prozent mit Frauen. 50 Jahre später klafft das Verhältnis mit gerade einmal 17 Prozent sexualisierter Männercover zu 83 Prozent erotischer Frauencover aber noch deutlich weiter auseinander.

"Hypersexualisiert"

Verführerische Titelseiten von Zeitschriften tendieren in der Regel zudem zu wesentlich freizügigeren Abbildungen des weiblichen als des männlichen Geschlechts. Nur zwei Prozent der Männercover sind den Erkenntnissen nach als "hypersexualisiert" einzustufen. Diesen stehen 61 Prozent der Frauendarstellungen gegenüber, die - nach verschiedenen Kriterien gemessen - eine hohe erotische Intensität aufweisen und die Bezeichnung "hypersexualisiert" verdienen. Zwischen 2000 und 2009 gab es zehnmal mehr hypersexualisierte Bilder von Frauen als von Männern und elfmal mehr nicht-sexualisierte Bilder von Männern als von Frauen, heißt es von den Experten.

Langfristig drohen aus dieser Entwicklung negative Konsequenzen - für beide Geschlechter, warnen die Soziologen. "Sexy" Darstellungen stellen dabei nicht das Problem dar. Vielmehr sei problematisch, dass beinahe alle Bilder Frauen zu passiven und frei verfügbaren Sexobjekten degradieren. Dies kann den Angaben nach zu einer Legitimierung von Gewalt gegen Frauen in Form sexueller Belästigung führen und Sexismus in der Gesellschaft fördern. Außerdem können die Bilder die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper unter Männern, Frauen und insbesondere Mädchen erhöhen, zu Essstörungen führen und sogar die sexuelle Zufriedenheit beider Geschlechter beeinträchtigen.

(Ende)
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