pte20090916016 in Business

Siemens will USA Milliardenaufträge entlocken

Kampf gegen Erzrivalen General Electric mit grünem Image


München/Innsbruck (pte016/16.09.2009/11:41) Der deutsche Konzerngigant Siemens http://www.siemens.com buhlt in den USA um milliardenschwere Staatsaufträge und hat zu diesem Zweck seine bisher größte Marketing-Kampagne gestartet. Mit vertrauenserweckenden Slogans und riesigen Werbeanzeigen wollen die Münchner ihr Image als einheimischer und vor allem grüner Arbeitgeber schärfen. Experten sehen den Aufwand gerechtfertigt. Schließlich kann Siemens als grüner Infrastrukturplayer punkten und sich Konkurrenten General Electric http://www.ge.com entgegenstellen. Siemens spekuliert darauf, sich in den kommenden drei Jahren weltweit Aufträge über 15 Mrd. Euro zu sichern, die aus den einzelnen Konjunkturprogrammen zur Verfügung gestellt werden.

"In den USA hat sich vor allem bedingt durch die Krise der Wind inzwischen gedreht. Das Environment-Thema ist in aller Munde und wird von Obama stärker als zuvor angegangen. Dass Siemens nun mit einer Kampagne auf diesen Zug aufspringt, ist clever. Schließlich ist grüne Technologie immer auch ein entscheidender Wettbewerbsvorteil, der künftig von den Analysten bei der Unternehmensbewertung stärker berücksichtigt werden wird", so Markus Hübner, Werbexperte und Geschäftsführer der Agentur Brandflow http://www.brandflow.at , im Gespräch mit pressetext. Laut dem Marketing-Fachmann darf Siemens aber nicht bei der reinen Proklamation bleiben, sondern muss auch kommende Innovationsschritte wagen.

Dass die USA trotz oder gerade wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise attraktiv sind, liegt für das Siemens-Management einem Handelsblatt-Bericht nach auf der Hand. "Die USA sind ein stark umkämpfter Meinungsmarkt", wird Michael Rossa, Leiter Markt-Kommunikation bei Siemens, zitiert. Das Unternehmen scheint es ernst zu meinen. Am Dienstag startete man mit vierseitigen Anzeigen in allen wichtigen Zeitungen. Hörfunk und TV sollen folgen. Über die Kosten für das aufwendige Rühren der Werbetrommel hüllt sich Siemens in Schweigen. Eigenen Angaben nach soll das Engagement in diesem Bereich jedoch vier Mal so stark sein wie bisherige Kampagnen. Laut Rossa soll die "Sichtbarkeit deutlich verbessert" werden.

Mit seinem medialen Auftreten richtet Siemens den Fokus aber nicht nur auf die Kunden, als vielmehr auf politische Mandatsträger und Entscheider, die bei der Vergabe von Aufträgen aus Konjunkturprogrammen wichtige Befugnisse haben. Die Initiative ist dabei ein Teil der weltweit angelaufenen "Answers"-Kampagne, die von Ogilvy & Mather http://www.ogilvy.de konzipiert wurde. Schon seit Jahren steckt Siemens einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag in diese Kampagne. "Für Siemens besteht die Chance zu zeigen, dass man verantwortungsvoll mit den knapper werdenden Ressourcen umgehen kann. Darüber hinaus kann man sich als ein attraktiver Arbeitgeber in den USA positionieren", erklärt Hübner auf pressetext-Nachfrage.

Die Kampagne dürfte sich aber auch proaktiv gegen die nach wie vor in den USA bestehende "Buy American"-Stimmung richten. Schließlich könnten ausländische Unternehmen bei den Auftragsvergaben oft den Kürzeren ziehen. In den Anzeigen betont Siemens, dass man allein in den Vereinigten Staaten fast 70.000 Menschen beschäftigt sowie größer ist als viele US-Unternehmen. Hübner nach könnte sich das Engagement auszahlen, da viele Entscheidungen erst über die Wahrnehmung eines bestimmten Profils in der Öffentlichkeit getroffen werden. Obwohl Siemens als Anbieter von Umwelttechnologien lange Nachholbedarf hatte, scheint man aus den gemachten Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben.

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