MAN sieht Branche in mehrjährigem Abschwung
Automobilexperte lobt Management und kritisiert Banken-Kreditvergabe
München/Frankfurt am Main (pte028/03.12.2008/13:55) Der deutsche Lkw-Hersteller MAN http://www.man.de rechnet mit einem zwei bis drei Jahre anhaltenden Wirtschaftsabschwung. Wie der MAN-Vorstandsvorsitzende des Lkw-, Bus- und Motorenproduzenten, Hakan Samuelsson, mitteilte, "gibt es keinen Grund, davon auszugehen, dass es schnell besser wird". Aufgrund der großen Absatzkrise in der Automobilindustrie sei es daher erforderlich, sofort mit entsprechenden Gegenmaßnahmen zu reagieren. Diese Sicht teilt auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) http://www.vda.de . Die Insider gehen davon aus, dass die deutschen Autohersteller im kommenden Jahr auf dem Heimatmarkt mit dem schwächsten Absatz seit der Wiedervereinigung konfrontiert sein werden. Die Branche prognostiziert daher, dass es 2009 nur noch 2,9 Mio. Neuzulassungen geben wird.
"Der gesamten Branche geht es sehr schlecht, vor allem aber den großen Nutzfahrzeugbauern wie MAN. Schließlich haben wir es in diesem Geschäftssegment mit noch sehr viel höheren Investitionsgütern zu tun, die im direkten Zusammenhang mit der Logistikbranche stehen", so Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Gelsenkirchen http://www2.fh-gelsenkirchen.de , gegenüber pressetext. Laut dem Fachmann schrauben viele Spediteure gegenwärtig ihre Bestellungen hinunter und passen ihre Flotten an die aktuellen Auftragseingänge an. Dass die aktuelle Lage ernst ist, zeigt sich bei MAN unter anderem daran, dass die Münchner mit einem Umsatzeinbruch im Nutzfahrzeug-Geschäft von einem Drittel ausgehen. So sollen die Kosten in der Lkw-Produktion um rund 30 Prozent sinken, um noch eine Mindestrendite von 6,5 Prozent erwirtschaften zu können.
"Obwohl Samuelsson bisher einen sehr guten Job gemacht und frühzeitig reagiert hat, um Schlimmeres zu verhindern, wird es sehr schwer werden, die angepeilten 6,5 Prozent auch zu erreichen", gibt Dudenhöffer auf Nachfrage von pressetext zu bedenken. Auf den globalen Nachfrageschwund reagiert das Management insofern, als dass für das erste Halbjahr des kommenden Geschäftsjahres bereits 40 bis 50 Schließungstage eingeplant sind. Noch in diesem Jahr sollen die Fließbänder in drei deutschen Werken über Weihnachten vier Wochen still stehen. Laut Samuelsson ist ebenfalls vorgesehen, sich von den meisten der etwa 3.400 Leiharbeiter bis Jahresende zu trennen. Für das erste Halbjahr 2009 ist Kurzarbeit geplant, Entlassungen seien aber "noch kein Thema". Dass Samuelsson nun auch die Banken verstärkt in die Pflicht nimmt, kann Dudenhöffer nachvollziehen.
"Für die Spediteure ist es deutlich schwerer und teurer geworden, Kredite für Investitionen zu bekommen. Diese sind aber nötig, um die Nachfrage anzukurbeln", so der Experte weiter. Ersten Schätzungen des VDA nach befindet sich die Automobilbranche in einer anhaltenden Krise, weil im kommenden Geschäftsjahr selbst die einst florierenden Wachstumsmärkte in Südamerika einbrechen werden. Schlechte Vorzeichen daher auch in Westeuropa. Hier soll das Minus zwischen zehn und 17 Prozent bei schweren Lkw liegen. Die weltweite Flaute im Bereich der Lkw-Verkäufe beziffert man gegenwärtig mit einem Rückgang zwischen vier und elf Prozent. Wegen des Vorziehens von Bestellungen vor dem Inkrafttreten der verschärften Umweltnormen in den USA 2010 sehen die Experten einen kleinen Lichtblick. Da MAN auf diesem Markt jedoch nicht aktiv ist, relativieren sich diese Entlastungen. Für 2008 rechnet Samuelsson hingegen nur noch mit einem Zehntel weniger Aufträge als im Vorjahr.
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