Neue Herausforderungen für die Trinkwasserwirtschaft
Trinkwasserversorger für Modernisierung auf Basis bewährter Strukturen
Graz (pts016/26.05.2004/10:15) Wasser in aller Munde, auch im österreichischen Wahlkampf zum Europäischen Parlament. "Die großen Parteien sind sensibilisiert. Wir als Trinkwasserwirtschaft benötigen starke österreichische Abgeordnete im europäischen Parlament als Mitstreiter gegen eine zwangsweise Ausschreibung von Wasserdienstleistungen, das heißt gegen eine völlige Marktliberalisierung in der Trinkwasserwirtschaft", meinte der Präsident der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) SR DI Hans Sailer im Rahmen eines Pressegespräches "Was plant die EU im Wassermarkt?" in Graz.
Ein erzwungener freier Wettbewerb ist auch im internationalen Umfeld eher umstritten und könnte die qualitativ und quantitativ hohe Versorgungssicherheit in Österreich ebenfalls in Frage stellen. Investitionen im Wasserbereich orientieren sich in Österreich bis dato an der Sicherung der Versorgung und nicht nach rein kommerziellen Gesichtspunkten.
"Zur Zeit liegt die österreichische Trinkwasserwirtschaft sowohl hinsichtlich der Ressourcen als auch der Qualitätssicherung und der Versorgungssicherheit im europäischen Spitzenfeld", führte Sailer aus und weiter: "Selbstverständlich sind wir für eine Modernisierung der Wasserversorgung, aber auf Basis bewährter Strukturen". Wenn neue Strukturen für die Wasserwirtschaft geschaffen werden, muss gewährleistet sein, dass für die Beurteilung des Erfolges der Strukturänderungen klare, nachvollziehbare Erfolgsfaktoren definiert werden. Im Mittelpunkt der Überlegungen eventueller Strukturänderungen müssen jedenfalls der Schutz der Ressourcen und die Versorgungssicherheit in qualitativer und quantitativer Hinsicht für die Konsumenten stehen. Strukturänderungen in diesem Bereich dürfen sich nicht ausschließlich an wirtschaftlichen und/oder eher ideologischen Gesichtspunkten orientieren.
Um ihre Leistungen besser messen und vom "Besten lernen zu können" haben die österreichischen Wasserwerke die Gelegenheit, an einem von ihrer Interessensvertretung ÖVGW organisierten "freiwilligen Benchmarking" teilzunehmen. Das Benchmarking gibt zudem die Möglichkeit, die Leistungen öffentlicher und privater Dienstleister zu vergleichen und Verbesserungspotenziale zu orten.
Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) ist die freiwillige Vertretung der österreichischen Gasnetzbetreiber und Wasserversorgungsunternehmen mit mehr als 200 Mitgliedsunternehmen im Wasserbereich. Diese versorgen etwa 5,4 Millionen Österreicher (das sind 67 % der Bevölkerung) mit Trinkwasser. Nähere Informationen unter http://www.ovgw.at und http://www.wasserwerk.at .
(Ende)| Aussender: | Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) |
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