AKH stellt Weiterentwicklung der Computertomographie vor
Multislice-CT soll Krankheiten im Frühstadium erkennen
Wien (pte061/21.02.2001/16:51) Das AKH hat heute, Mittwoch, den Multislice-Computertomographen (Mehrzeilen-CT), eine Weiterentwicklung der Computertomographie, offiziell vorgestellt. Mit dem Multislice-CT ist es möglich, nicht nur Querschnitte (wie bei der herkömmlichen CT), sondern auch dreidimensionale Bilder mit hoher räumlicher Auflösung zu erzeugen. Mit seiner Hilfe soll die Diagnosenerstellung für den Patienten weniger belastend werden. "Wir erwarten, krankhafte Veränderungen schon im Frühstadium erfassen zu können", so Mathias Prokop von der Universitätsklinik für Radiodiagnostik am AKH Wien, in einer Presseaussendung http://www.univie.ac.at/radio/radio.htm .
Beim Mehrzeilen-CT dreht sich die Röntgenröhre mit wesentlich höherer Geschwindigkeit um den Patienten (bis zu zwei Mal pro Sekunde). Zusammen mit dem parallelen Einsatz mehrerer Detektorreihen wird eine vier- bis achtfache Leistungsverbesserung gegenüber bisherigen CTs erreicht. Diese höhere Leistung führt zu einer kürzeren Untersuchungsdauer (z.B. Leberuntersuchungen in vier Sekunden) und Einsparung von Röntgenkontrastmitteln, was zu einer Kostenreduktion führt. "Der Multislice-CT ermöglicht die Rekonstruktion beliebiger Schnittebenen und dreidimensionale Darstellungen, angepasst an die individuelle Anatomie und medizinische Problemstellung der einzelnen Patienten", heißt es in der Aussendung. Pro Patient entstehen Datenmengen bis zu einem halben Gigabyte.
Der seit Ende 1999 im AKH eingesetzte Mehrzeilen-CT kann Diagnosen für Gefäßsystem, Herz, Bronchien, Bauchorgane und Skelett liefern. Angepasst an die diagnostische Fragestellung können beliebige Schnitte durch den Körper gelegt werden und passende dreidimensionale Darstellungen erzeugt werden. Die Multislice-Computertomographie soll die Katheterangiographie fast vollständig ersetzen, ob sie auch die Herzkathederuntersuchung ersetzen kann, wird zur Zeit erforscht. Verkalkungen der Herzkranzgefäße sollen sich früh erfassen lassen (so genanntes "Calcium-Scoring"), was zur besseren Einschätzung des Herzinfarktrisikos führt.
In vielen Bereichen ist es künftig möglich, anhand der 3 D-Daten "virtuelle Endoskopien" durchzuführen. Damit kann man am Computer quasi in Körperhöhlen "hineinsehen", ähnlich wie das mittels eines echten Endoskops (z.B. bei Darmspiegelung) möglich ist. Weitere Geräte stehen im Wiener Wilheminenspital sowie an den Universitätskliniken in Innsbruck und Graz.
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