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pte20200407024 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

MS: Ursolsäure erfolgreich an Mäusen getestet

Wirkstoff verhindert weitere Schädigung - Tiere können selbst in Spätphase wieder laufen


Apfel: Schale enthält gut wirkende Ursolsäure (Foto: pixelio.de, St. Kaczkowski)
Apfel: Schale enthält gut wirkende Ursolsäure (Foto: pixelio.de, St. Kaczkowski)

Philadelphia (pte024/07.04.2020/13:55) - Gegen Multiple Sklerose (MS) gibt es viele Therapien, die im Frühstadium das Fortschreiten verzögern. Sie können aber den an den Neuronen bereits entstandenen Schaden kaum rückgängig machen. Mit Ursolsäure haben Forscher der Thomas Jefferson University http://jefferson.edu nun einen Ansatz gefunden, der eine weitere Schädigung verringern und helfen kann, die schützenden Hüllen der Neuronen wieder aufzubauen. Ursolsäure ist in den Schalen von Obst wie Äpfeln oder Pflaumen und in manchen Kräutern enthalten.

Mäuse erst spät behandelt

Die Forscher haben eine gereinigte Form von Ursolsäure bei Mäusen mit einer bestehenden MS eingesetzt. Laut Co-Seniorautor Guang-Xian Zhang haben sich viele Experimente auf Mäuse in der aktuten Phase konzentriert, wenn die Krankheit ausgebrochen oder an ihrem Höhepunkt war. "Wir haben getestet, ob dieser Wirkstoff bei einer chronischen Erkrankung wirksam war, wenn es bereits zu einer Schädigung des Gewebes des zentralen Nervensystems gekommen ist."

Das Team unter der Leitung von Yuan Zhang nutzte ein etabliertes Mausmodell, bei dem sich die Krankheit langsam im Verlauf des Lebens entwickelt und so den Krankheitsverlauf beim Menschen nachahmt. Rund um den zwölften Tag beginnt bei den Tieren die akute Phase, in der eine teilweise Lähmung auftritt. Jetzt sind die derzeit zur Verfügung stehenden Medikamente am wirksamsten. Die Forscher begannen jedoch, die Mäuse erst am Tag 60 zu behandeln. In diesem Stadium hat sich eine chronische Schädigung des Gewebes in Gehirn und Wirbelsäule bereits herausgebildet, die repariert und regeneriert werden sollte.

Tiere können wieder laufen

Die Forscher behandelten die Tiere 60 Tage lang. Am 20. Tag zeigte sich eine Verbesserung. Die Mäuse, die zu Beginn gelähmt waren, konnten wieder am Ende zwar geschwächt, aber doch wieder herumlaufen. Zhang zufolge handelt es sich aber nicht um eine Heilung. "Sollte beim Menschen eine ähnliche Reaktion nachzuweisen sein, wäre das eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität. Was aber entscheidend ist, es handelt sich um eine Umkehrung, die wir bei anderen Wirkstoffen in diesem späten Stadium der Krankheit noch nicht gesehen haben."

Untersucht wurde auch, wie sich Ursolsäure auf die Zellen auswirkt. Sie unterdrückt die Th17-Zellen, eine Art vom Immunzellen, die einer der Hauptantriebe der pathologischen Autoimmunreaktion bei MS ist. Zahlreiche derzeit eingesetzte Therapien scheinen Th17 zu unterdrücken. Es gelang den Forschern jedoch nun nachzuweisen, dass der Wirkstoff die Vorläuferzellen dahingehend aktivieren kann, dass sie zu den dringend benötigten, die Myelin-Schicht produzierenden Zellen heranreifen.

"Diese Oligodendrozyten sind bei MS aufgebraucht. Die Stammzellen, die neue Oligodendrozyten produzieren, sind inaktiv und können nicht reifen. Dieser Wirkstoff hilft dabei, diese Stammzellen zu aktivieren. Er ist wahrscheinlich für die beobachtete Umkehrung der Symptome verantwortlich", so Zhang. Die Ergebnisse wurden in den "Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS)" veröffentlicht. In einem nächsten Schritt werden die Forscher den Wirkstoff auf seine Sicherheit testen. Ursolsäure gibt es als Nahrungsergänzungsmittel. Sie kann jedoch in hohen Dosierungen giftig sein.

(Ende)
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