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pte20210125001 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

Lockdown: Einsamkeit verschärft Depression

Vor allem Ältere betroffen - Geschlecht und Ruhestand spielen laut Langzeitstudie eine Rolle


Ältere Dame: Einsamkeit ist doppelt schwer (Foto: pixabay.com, Sabine van Erp)
Ältere Dame: Einsamkeit ist doppelt schwer (Foto: pixabay.com, Sabine van Erp)

Exeter (pte001/25.01.2021/06:00) -

Einsamkeit bei Erwachsenen über 50 Jahren während dem COVID-19 Lockdown steht mit einer Verschlechterung der depressiven und anderen Symptomen der psychischen Gesundheit in Zusammenhang. Zu diesem Ergebnis ist eine großangelegte Online-Studie unter der Leitung der University of Exeter https://www.exeter.ac.uk/">https://www.exeter.ac.uk und des King's College London https://www.kcl.ac.uk/">https://www.kcl.ac.uk gekommen. An der Studie nahmen mehr als 3.000 Personen teil. 

Die Forscher hatten Zugang zu Daten, die auf die Teilnehmer der Online-Studie PROTECT zurückreichten. Der Rückgang körperlicher Aktivitäten seit dem Beginn der Pandemie stand ebenfalls mit einer Verschlimmerung der Symptome bei Depressionen und Angstgefühlen im Zusammenhang. Zu den anderen Faktoren gehörten das weibliche Geschlecht und der Ruhestand. Laut Forschungsleiter Byron Creese von der University of Exeter Medical School ermöglichte die Studie es, die Symptome bei der psychischen Gesundheit vor und nach COVID-19 bei einer großen Gruppe von Menschen zu vergleichen. Während des Lockdown standen Einsamkeit und verringerte körperliche Aktivität mit einer Verstärkung der Symptome einer schlechten psychischen Verfassung in Zusammenhang. Das galt vor allem für Depressionen. „Es ist jetzt von entscheidender Bedeutung, dass wir auf diesen Daten aufbauen, um neue Wege zu Milderung dieser Entwicklung zu finden.“

[b]Pandemie verstärkt Symptome[/b]

Die Studie ergab, dass einsame Menschen vor der Pandemie durchschnittlich zwei Symptome einer Depression an zumindest mehreren Tagen innerhalb der letzten beiden Wochen angeben würden. Während des Lockdown meldeten einsame Menschen entweder einen Anstieg der Häufigkeit der depressiven Symptome auf mehr als die Hälfte der Tage innerhalb von zwei Wochen oder ein neues Symptom zumindest an mehreren Tagen. Bei Personen, die nicht einsam waren, war auch das Ausmaß der depressiven Symptome nicht betroffen. 

[b]Studie zu gesundem Altern[/b]

PROTECT startete 2011 und hat insgesamt 25.000 Teilnehmer. Die Studie ist darauf ausgerichtet, jene Faktoren zu erforschen, die bei einem gesunden Altern eine Rolle spielen. Umfassende Fragebögen werden mit kognitiven Tests kombiniert, die verschiedene Aspekte der Gehirnfunktion wie Gedächtnis, Urteilsbildung und Argumentation. Im Mai fügten die Forscher einen neuen Fragebogen hinzu, der darauf ausgelegt ist, die Auswirkungen von COVID-19 auf die Gesundheit und das Wohlbefinden zu erfassen. Zwischen 13. Mai und 8. Juni wurde der Fragebogen von 3.300 Personen ausgefüllt. Bei 1.900 Teilnehmern handelte es sich um langjährige Teilnehmer von PROTECT. Die Studie läuft weiter, damit auch langfristige Folgen beurteilt werden können. In Zukunft sollen auch Gruppen mit einem besonders hohen Risiko wie Personen mit einer kognitiven Beeinträchtigung und Menschen mit Betreuungsaufgaben in die Analyse eingeschlossen werden. 

(Ende)
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