pte20260311001 in Business

KI vernichtet weniger Arbeitsplätze als gedacht

Beschäftigungslage laut Vivek Soundararajan von der University of Bath weiterhin "historisch robust"


KI-Welt: Technologie kostet doch nicht so viele Jobs (Bild: Gerd Altmann, pixabay.com)
KI-Welt: Technologie kostet doch nicht so viele Jobs (Bild: Gerd Altmann, pixabay.com)

Bath (pte001/11.03.2026/06:00)

Die apokalyptischen Befürchtungen um einen Job-Kahlschlag durch den vermehrten Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) haben sich bisher noch nicht bewahrheitet. Die Beschäftigung in den OECD-Ländern ist nach wie vor "historisch robust", so Vivek Soundararajan von der University of Bath. Angesichts neuester Erkenntnisse aus den USA sei es zu keinem weitreichenden Verlust an Arbeitsplätzen oder Lohnkürzungen gekommen.

Kaum Einfluss auf Einkommen

Auch in anderen Ländern sind die Folgen zumindest bislang überschaubar. So geht laut Soundararajan aus einer Studie, die den Einsatz von KI-Chatbots an dänischen Arbeitsplätzen untersucht hat, hervor, dass es in Dänemark kaum Auswirkungen auf die Einkommen oder die geleisteten Arbeitsstunden gegeben habe - nicht einmal bei intensiven Nutzern und Early Adopters, also jenen, die generative KI sehr früh genutzt haben.

Soundararajan sieht vor allem die Vorteile der neuen Technologie. So habe eine Untersuchung ergeben, dass Kundendienstmitarbeiter 15 Prozent mehr Probleme pro Zeiteinheit lösen, wenn sie KI-Unterstützung haben. Eine andere Studie zeige, dass Berater mit KI um 25 Prozent effektiver werden. Gleichzeitig habe sich die Qualität ihrer Arbeit um 40 Prozent verbessert. Eine Untersuchung mit 5.000 Software-Entwicklern zeige einen Anstieg der erledigten Aufgaben um 26 Prozent pro Zeiteinheit.

Weniger erfahrene Arbeitnehmer profitieren dem Experten zufolge am meisten von KI-Tools. Eine weitere Untersuchung habe gezeigt, dass KI die Kluft zwischen den produktivsten und den am wenigsten produktiven Mitarbeitern verringert. Die größten Verbesserungen habe es bei den am wenigsten qualifizierten Arbeitnehmern gegeben.

KI ist noch längst nicht perfekt

Dass es praktisch nur Vorteile gibt, wenn KI am Arbeitsplatz genutzt wird, liegt laut Soundararajan daran, dass die Erledigung vieler Aufgaben nach wie vor implizites Wissen, physische Präsenz, ein gutes Urteilsvermögen und eine Art von Kontextbewusstsein erfordern, die KI aktuell noch nicht leisten könne. Eine Modellrechnung zeige, dass KI in den nächsten zehn Jahren bis zu 1,6 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt der USA beitragen könnte.

"Das ist zwar beachtlich, bleibt aber weit hinter den Erwartungen zurück", konstatiert Forscher Soundararajan. Allerdings habe die KI-Revolution in weiten Bereichen der Arbeitswelt noch gar nicht begonnen, schränkt er ein und lässt damit offen, ob sich die apokalyptischen Prognosen nicht doch noch erfüllen, wenn auch erst in vielen Jahren.

(Ende)
Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Wolfgang Kempkens
Tel.: +43-1-81140-300
E-Mail: kempkens@pressetext.com
Website: www.pressetext.com
|