Identitätsfalle "Social-Media-Verbot": Experten warnen vor biometrischem Daten-Export durch die Hintertür
Puch bei Hallein (pts028/26.02.2026/16:20)
Die aktuelle Debatte um Social-Media-Verbote für Minderjährige droht den Datenschutz einer ganzen Generation zu opfern. Während die Politik strikte Zugangskontrollen fordert, nutzen globale Plattformen die notwendige Altersverifikation zunehmend als Instrument zur massiven Datenabschöpfung. Die Experten von sproof fordern eine strategische Neuausrichtung: Digitale Identität muss als souveräne Infrastruktur begriffen werden.
Ein Social-Media-Verbot ist kein bloßes Gesetz – es ist ein technischer Katalysator für eine beispiellose Sammelwelle biometrischer Daten. Plattformen wie Meta, Discord oder Roblox verlangen Identitätsprüfungen über Drittanbieter. Was als "Sicherheits-Check" verkauft wird, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als der Export sensibelster Identitätsmerkmale in intransparente US-Infrastrukturen.
Verifizierung als Trojaner
"Wir beobachten eine gefährliche Vermischung: Ein Social-Media-Verbot ist eine regulatorische Maßnahme, doch die technische Umsetzung wird zum Freifahrtschein für Data-Mining", warnt IT-Security-Experte Dr. Fabian Knirsch. Werden biometrische Merkmale und Klarnamen dauerhaft mit dem digitalen Verhalten verknüpft, entsteht eine lückenlose digitale Akte in der Hand nicht-europäischer Unternehmen. Diese Daten unterliegen oft regulatorischen Zugriffen in Drittstaaten, die nicht mit europäischem Recht vereinbar sind.
In einer Zeit, in der über Jugendschutz debattiert wird, findet ein potenziell massiver Abfluss europäischer Identitätssouveränität statt. Die Verifizierung wird hier zum Instrument der Überwachung, statt der rechtssicheren Prozessgestaltung zu dienen.
Identität ist gesellschaftliches Fundament
Digitale Identität geht weit über technische Detailfragen hinaus und rückt als strategische Management-Entscheidung zunehmend ins Zentrum von Wirtschaft und Gesellschaft. Dr. Clemens Brunner, Experte für digitale Identitäten, betont, dass Vertrauen als übergeordnete Infrastruktur fungieren muss, die das souveräne Fundament für alle digitalen Prozesse bildet. Ein zukunftsfähiger Ansatz setzt dabei konsequent auf europäische Standards wie die EUDI-Wallet, die das Prinzip der Datenminimierung durch "Selective Disclosure" technisch realisiert. Hierbei wird lediglich ein notwendiger Parameter validiert – etwa die Bestätigung der Volljährigkeit –, sogar ohne das genaue Geburtsdatum, biometrische Quelldaten oder den Klarnamen an die Plattform übertragen zu müssen. Wahre digitale Souveränität und Rechtssicherheit entstehen erst durch diese strikte Trennung von Identitätsnachweis und Verhaltensanalyse.
"Wir dürfen den notwendigen Jugendschutz nicht als Begründung nutzen, um die digitale Souveränität einer ganzen Generation an außereuropäische Datenbanken zu opfern", erklärt Brunner. "Wahre Sicherheit im Netz entsteht nicht durch das Anhäufen biometrischer Profile, sondern durch technologische Integrität. Wir müssen Identität endlich als kritische Infrastruktur begreifen, die wir in Europa selbst gestalten und absichern müssen."
sproof-Experten als Trusted Advisor für den Diskurs
sproof positioniert sich als europäischer Partner für Organisationen, die rechtssichere Prozesse nicht nur beschleunigen, sondern absichern wollen. Die Gründer und Experten stehen für vertiefende Hintergrundgespräche und Einordnungen zur Verfügung:
- Strategischer Diskurs: Warum Identität die neue nationale Infrastruktur ist
- Technologische Souveränität: Wie EUDI und eIDAS den biometrischen Daten-Export stoppen können
- Case Studies: Digitale Identität in regulierten Branchen wie Verwaltung, Energie und Gesundheitswesen
"Wir müssen den Schutz unserer Kinder sicherstellen, ohne ihre digitale Zukunft an US-Datenbanken zu verkaufen", so das Fazit der Experten. Wahre Unabhängigkeit erfordert Gründer und Unternehmen, die Infrastruktur in Europa aufbauen und gestalten.
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