Hans Haider für "Erinnerungswerk" ausgezeichnet
Toleranzgespräche würdigen Engagment für Villachs "Denkmal der Namen"
Villach (pts005/21.05.2026/08:10)
Der Gründer und langjährige Obmann des Vereins "Erinnern Villach", Hans Haider (83), wurde am Mittwoch abend für sein Lebenswerk mit dem Europäischen Toleranzpreis der Stadt Villach und des Denk.Raum.Fresach ausgezeichnet. Der gebürtige Berliner habe mit seinem unermüdlichen Engagement der heimischen Erinnerungskultur über Jahrzehnte Stimme und Gesicht gegeben, so die Begründung des Kuratoriums der Europäischen Toleranzgespräche. http://www.fresach.org
Für Haider, der seit seiner Kindheit in Villach lebt, ist der Appell "Niemals Vergessen" keine leere Phrase. Als ehemaliger Gymnasial-Lehrer ist es ihm bis heute ein Anliegen, Jugendliche für die Erinnerungskultur zu sensibilisieren und zu interessieren. Dabei spielte auch die Toleranz eine zentrale Rolle: So setzte er sich dafür ein, die Täter einer Denkmal-Beschädigung nicht zu bestrafen, sondern in ein aufklärendes Gespräch zu holen – in der Auffassung, dass der Diskurs mehr bringen würde.
"Hans Haider hat die große Kluft zwischen Idee und Ausführung, zwischen privater Erinnerung und öffentlichem Gedenken geschlossen. Er hat die Aktivisten rekrutiert, mit seiner Begeisterung angesteckt, Behördenwege gemeistert und Mandatare und Meinungsträger überzeugt", so die Jury. Unermüdlich habe er seine Erfahrungen an Jugendliche weitergegeben, den Blick über die Grenzen gerichtet, Exkursionen organisiert und Netzwerke geknüpft – mit immer neuen Ideen, wie Toleranz, Erinnern und Gedenken auf eine breitere Basis gestellt werden könnte.
"Durch das "Denkmal der Namen" ist es erst möglich geworden, ein ständiges, wiederkehrendes Gedenken als ein wichtiges Ritual zu etablieren, uns allen einen Kraftort zu geben, der den Ausgangspunkt für die zahlreichen weitere Aktivitäten in der Bildungsarbeit und darüber hinaus darstellt. Was aber beunruhigt ist, dass trotz der vorbildlichen Gedenkkultur manche Verhaltensmuster wieder aufleben, die uralt sind, und keineswegs nur typisch für einen neuen Nationalismus: das Aussondern von Menschen, ihre Stigmatisierung als gefährlich und als Bedrohung darzustellen."
Der Umgang mit denen, die am Rande stehen oder an den Rand gestellt werden, sei ein Gradmesser für den demokratischen Reifezustand einer Gesellschaft. Auch das könne man von Hans Haider lernen. "Erinnern ist auch Widerstand – Widerstand mit Verantwortung, gegen jegliche Art von Diskriminierung", so die Jury-Begründung. "Ein Leben lang für ein respektvolles, demokratisches und friedvolles Zusammenleben zu kämpfen, dafür gebührt Hans Haider der Europäische Toleranzpreis für sein Lebenswerk."
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