pts20050804026 Unternehmen/Wirtschaft, Forschung/Entwicklung

Gemeinsam den Gesundheitsschutz verbessert:

Berufsgenossenschaft, Arbeitgeber, Gewerkschaft und Industrie zogen an einem Strang


Wiesbaden (pts026/04.08.2005/11:00) Bei Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz denken viele an Vorschriften, Auflagen und strenge Grenzwerte. Dass es auch anders geht, zeigt die Druckindustrie mit ihren rund 10.000 Offsetdruckereien in Deutschland. Noch vor zehn Jahren wurden die farbführenden Teile der Druckmaschinen mit leicht flüchtigen Lösemitteln gereinigt. Allerdings diente nur ein kleiner Teil der Lösemittel wirklich zum Reinigen, ein Grossteil der Chemikalien verdampfte in die Luft. Entsprechend hoch waren die Risiken für die Gesundheit der Drucker, aber auch die Brand- und Explosionsgefahren. "Wir mussten uns etwas einfallen lassen, um die Situation zu verbessern", erinnert sich Albrecht H. Glöckle, Leiter des Bereichs Prävention der Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung (BG).

Alle Beteiligten an einem Tisch

Die BG holte Mitte der 90er Jahre alle Akteure an einen Tisch: die Druckmaschinenhersteller und die Zulieferindustrie sowie den Bundesverband Druck und Medien als Arbeitgeberverband ebenso wie die Gewerkschaft IG Medien, die heute Teil von ver.di ist. Heraus kam die Brancheninitiative Offsetdruck. Alle Beteiligten verständigten sich rasch auf einen knappen Katalog klarer Zielvereinbarungen über physikalische Eigenschaften von Lösemitteln, deren chemische Zusammensetzung sowie einen sicheren und wirtschaftlichen Umgang am Arbeitsplatz. Für die Hersteller von Reinigungsmitteln bedeutete das, neue Mittel mit hohem Flammpunkt zu entwickeln, die nur noch wenig Dämpfe in die Luft abgeben. "Einen Markt konnte es für diese Produkte nur geben, wenn sie auch in der Praxis funktionieren", betont Glöckle. Deshalb bestand ein Hauptanliegen der Brancheninitiative darin, die Praxistauglichkeit sicherzustellen. Diesen Part übernahm im Zusammenspiel von Druckmaschinenherstellern und den Herstellern der Lösemittel das Forschungsinstitut der Druckindustrie Fogra. Es prüft nach den Vorgaben der Druckmaschinenhersteller alle Produkte und bescheinigt die Verträglichkeit der Lösemittel mit den Maschinen.

Kaum noch leicht flüchtige Lösemittel

Seit Einführung der Brancheninitiative ist der Anteil an leicht flüchtigen Lösemitteln im deutschen Offsetdruck um nahezu 80 Prozent zurückgegangen. Die jetzt bevorzugten Lösemittel mit einem hohen Flamm- und Siedepunkt sind sparsamer im Verbrauch, da Verdunstungsverluste weit weniger zu Buche schlagen. Dies bedeutet nicht nur einen entscheidenden Gewinn für den Arbeitsschutz, sondern schont auch die Umwelt - ganz im Sinne der EU-Richtlinie zur Verminderung der VOC-Emissionen. (VOV, engl. volatile organic compound = flüchtige organische Verbindung).

Gesundheit der Drucker besser geschützt

Die Gesundheit der Mitarbeiter, die im Drucksaal arbeiten, wird durch die Erfolge der Brancheninitiative nachweisbar besser geschützt. "1997 wurde die Berufskrankheit "Polyneuropathie und Enzephalopathie durch organische Lösungsmittel oder deren Gemische" (BK 1317) in die Liste der Berufskrankheiten aufgenommen. "Durch die Brancheninitiative wurden Lösemittelemissionen deutlich reduziert und Inhaltsstoffe mit einem Gefährdungspotential ausgeschlossen", erklärt Albrecht H. Glöckle, "dadurch ist in unserer Branche keine einzige dieser Erkrankungen als Berufskrankheit aufgetreten".

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