pte20260304001 in Business

Flexible Gehaltszahlung gut für Finanzplanung

Laut Forschern des KAIST und der GW steigt die Sparquote und teure Kredite werden überflüssig


Lohnzahlung: Zermürbendes Warten auf den Zahltag entfällt (Bild: Mohamed Hassan, pixabay.com)
Lohnzahlung: Zermürbendes Warten auf den Zahltag entfällt (Bild: Mohamed Hassan, pixabay.com)

Washington/Daejon (pte001/04.03.2026/06:00)

Pay on Demand, eine relativ neue Variante der Lohn- und Gehaltszahlung, motiviert mehr zum Sparen und verbessert damit die Finanzplanung. Das zeigt eine Untersuchung des Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) und der George Washington University (GW). Dieser auf Abruf gezahlte Lohn ist ein Finanzinstrument, das es Mitarbeitern ermöglicht, bereits erarbeitetes Gehalt vor dem regulären Zahltag abzurufen. Da die Arbeitnehmer nicht bis zu einem bestimmten Zahltag warten müssten, seien sie eher bereit, zu sparen und sich aktiv um eine verantwortungsvolle persönliche Finanzverwaltung zu bemühen.

Mittel gegen Liquiditätsprobleme

Vor allem Niedriglohnarbeiter haben häufig Liquiditätsprobleme. Bekommen sie keine Kredite oder ihre Löhne können kaum mit ihren Ausgaben Schritt halten, stehen Arbeitnehmer unter hohem Druck. Viele greifen dann auf kurzfristige, besonders teure Kredite zurück. Plattformen, die bereits von einigen Arbeitgebern genutzt werden, ermöglichen es Mitarbeitern, ihre Löhne in Echtzeit abzuheben. Bislang ist wenig darüber bekannt, wie sich dies auf das langfristige Finanzverhalten auswirkt.

"Der On-Demand-Zugang zum Lohn verändert die psychologische und finanzielle Situation von Niedriglohnarbeitern. Wenn Menschen selbst entscheiden können, wann sie auf ihr Einkommen zugreifen, schafft es die Voraussetzungen für ein bewussteres Finanz-Management, einschließlich erhöhter Sparanreize, häufigerer Überprüfung des Kontostands und konkreter Zielsetzung", unterstreicht KAIST-Wirtschaftswissenschaftlerin Jihye Kim.

Langfristige finanzielle Stabilität

Um die Auswirkungen zu untersuchen, haben die Forscher mit einer großen US-Plattform zusammengearbeitet, die diesen Dienst anbietet. Im Zuge dessen sind Transaktionsdaten von rund 4.000 Niedriglöhnern zwischen Mai 2021 und Januar 2022 analysiert worden. Das haben die Forscher durch quasi-experimentelle Analysen, qualitative Interviews, Umfragen und ein Online-Experiment ergänzt.

"Anstatt auf den nächsten Zahlungstermin zu warten oder teure Kredite aufzunehmen, konnten sie zeitnahe Entscheidungen treffen, die ihre langfristige finanzielle Stabilität unterstützten", so KAIST-Informatiker Seokchae Yoon. "Unsere Analyse zeigt allerdings auch eine klare Diskrepanz: Wird das Finanzinstrument strategisch genutzt, fördert dies die finanzielle Disziplin. Aber wenn sie aus Gewohnheit auf sofortige Abhebungen zurückgreifen, schwächt dies diese Disziplin", meint Sunghun Chung von der George Washington University.

(Ende)
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