pte20260302005 in Business

Fairness von Preisen unterschiedlich gesehen

Wohlhabendere haben laut neuer wissenschaftlicher Analyse mehr Verständnis für Unternehmen


Geld zählen: Manche sehen risikobasierte Preisgestaltung als fair (Foto: Mohammed Alim, pixabay.com)
Geld zählen: Manche sehen risikobasierte Preisgestaltung als fair (Foto: Mohammed Alim, pixabay.com)

New York (pte005/02.03.2026/06:15)

Die Wahrnehmung dessen, was in bei Krediten, Hypotheken und Versicherungen "fair" ist, hängt stark von der eigenen finanziellen Lage ab. Zu dem Schluss kommen Barbara Kiviat von der Columbia University und Carly R. Knight von der City University of New York. Sie haben untersucht, wie Amerikaner die Fairness der risikobasierten Preisgestaltung bewerten. Dabei müssen Kunden, die als risikoreich eingestuft werden, oft mehr bezahlen.

Bessere Konditionen für Reiche

Die Fachleute haben drei Studien durchgeführt, wobei sie sich auf Transaktionen zwischen Kunden und Unternehmen konzentrierten - zunächst zwei repräsentative Umfragen, um den Zusammenhang zwischen dem Haushaltseinkommen und der Meinung über die Fairness höherer Versicherungs- und Kreditkosten für Personen mit hohem Risiko zu untersuchen.

Dabei haben die Expertinnen ein Muster aufgedeckt, wonach wohlhabendere Personen, unabhängig von ihren wirtschaftlichen Eigeninteressen oder ihrer Ideologie, eher bereit waren, die moralische Legitimität einer an das Verhalten einer Person gekoppelten Preisgestaltung zu akzeptieren. Was nicht allzu sehr verwundert: Wohlhabendere bekommen fast immer bessere Konditionen.

Eher Empathie für Unternehmen

Die Autorinnen haben die Perspektive der "selektiven Empathie" dann auf zwei weitere Studien angewandt. Selektive Empathie liegt vor, wenn eine Person bei der Bewertung von Preisvereinbarungen ihre Empathie unverhältnismäßig stark auf das Unternehmen oder den Kunden richtet und deren Perspektive einnimmt. Kiviat und Knight haben festgestellt, dass wohlhandere Personen eher als Personen mit geringerem Einkommen Empathie für Unternehmen empfinden - und weniger Empathie für Verbraucher mit hohem Risiko.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Unterstützung für unternehmensfreundliche Preisgestaltungspraktiken nicht nur eine Frage des Eigeninteresses ist. Stattdessen sehen wohlhabendere Amerikaner die Dinge leichter aus der Perspektive eines Unternehmens, wodurch diese Praktiken fair erscheinen, selbst wenn sie risikoreiche Verbraucher konsequent belasten. Diese klassenbasierte Spaltung der Perspektive ist entscheidend dafür, wie Menschen die Fairness unserer Wirtschaft beurteilen." Laut den Autorinnen zeigen die Ergebnisse, dass risikobasierte Preisgestaltung ein klassenbasiertes Verständnis von Marktfairness widerspiegelt.

(Ende)
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