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pte20191112030 Medien/Kommunikation, Politik/Recht

Facebook muss Fake-Krypto-Werbung einstellen

Anzeigen nutzen Namen von Prominenten - Gericht verpflichtet Unternehmen zum Handeln


Bitcoin: Fake-Werbung auf Facebook (Foto: pixabay.com, MichaelWuensch)
Bitcoin: Fake-Werbung auf Facebook (Foto: pixabay.com, MichaelWuensch)

Menlo Park/Amsterdam/Wien (pte030/12.11.2019/13:50) - Ein niederländisches Gericht hat Facebook dazu verdonnert, gefälschte Werbungen für Kryptowährungen von seiner Plattform zu entfernen. Laut einer Klage des niederländischen Milliardärs und Fernsehproduzenten John de Mol hat das Social-Media-Unternehmen trotz wiederholter Anfragen zu wenig gegen Inhalte unternommen, die in seinem Namen und dem von anderen berühmten Personen ohne deren Zustimmung für Kryptowährungen werben.

Schaden für Nutzer und Kryptowährungen

"Jeder Internetbetrug ist einer gewissen Ökonomie unterworfen. Diese Werbungen zeigen bereits eine Wirkung, wenn nur relativ wenige Menschen davon getäuscht werden. Solche Fake-Anzeigen über Bots zu betreiben, ist leicht und billig. Der eigentliche Betrug kann unterschiedlich aussehen. Die Betreiber der Anzeigen sammeln manchmal Daten von Nutzern, in einigen Fällen bieten sie tatsächlich eine Kryptowährung an, in anderen handelt es sich um eine Fälschung. Diese Anzeigen schaden nicht nur den Nutzern, sondern auch neuen Kryptowährungen", erklärt Josef Pichlmayr, CEO von IKARUS Security Software http://ikarussecurity.com , gegenüber pressetext.

De Mol zufolge erzeugen die Fake-Werbungen in seinem Namen hohe Verluste für Investoren. Das Gericht hat angeordnet, dass Facebook die betroffenen Anzeigen entfernt, andernfalls droht dem Unternehmen eine Geldstrafe von bis zu 1,1 Mio. Euro. Die Entscheidung wurde damit begründet, dass Facebook nicht argumentieren kann, es sei "lediglich ein neutraler Informationskanal und deshalb nicht zum Handeln verpflichtet". Das Unternehmen ist laut dem Urteil auch dazu verpflichtet, Informationen über die Betreiber von Fake-Werbungen offenzulegen, sofern sie über diese verfügen.

Auch im deutschsprachigen Raum Problem

Facebook denkt darüber nach, in Berufung zu gehen. Dem Unternehmen zufolge wurden die betroffenen Fake-Werbungen nämlich schon entfernt. "Dieses Urteil ändert nichts an unserem Engagement für die Entfernung dieser Werbungen. Sie haben absolut keinen Platz auf unserer Plattform und wir löschen sie, sobald wir sie finden", heißt es in einem Statement des Social-Media-Unternehmens.

Werbungen für Kryptowährungen, die den Namen von Prominenten fälschlich verwenden, sind auch im deutschsprachigen Raum zu finden. So fand der Digitalisierungsexperte Thomas R. Köhler http://thomaskoehler.de eine Anzeige, die Red Bull-CEO Dieter Mateschitz dafür verwendete. "Spannend ist, dass diese Anzeigen über seriöse Adserver ausgeliefert wurden, in meinem Fall bei 'Zero Hedge'", so Köhler auf Nachfrage von pressetext.

(Ende)
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