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Facebook: Anti-Islam-Hetze als Geldmaschine

Netzwerk aus Israel publiziert Fake News auf rechtsgerichteten Seiten - Profit durch Werbung


Ilhan Omar: Ziel von Hasskampagne (Foto: twitter.com, Rep. Ilhan Omar)
Ilhan Omar: Ziel von Hasskampagne (Foto: twitter.com, Rep. Ilhan Omar)

Menlo Park/Tel Aviv (pte017/06.12.2019/12:30) - Ein in Israel basiertes Netzwerk von Betrügern verwendet islamophobe Facebook-Seiten in den USA, um mit verhetzenden Fake News bei deren Followern Geld zu machen. Einer Reportage des "Guardian" zufolge hat der Social-Media-Riese immer noch keine Mittel, um effektiv gegen Betrug, Hasspropagnda und Fehlinformationskampagnen vorzugehen.

"Untätigkeit von Facebook"

Ilhan Omar, eine muslimische US-Politikerin und Mitglied des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten, war eines der Hauptziele der Hetzkampagnen. "Die Untätigkeit von Facebook ist eine Bedrohung für unsere Demokratie. Das Unternehmen nimmt es nicht ernst, dass es eine Plattform für weißen, nationalistischen Hass ist. Und es gibt einen klaren Grund dafür: Facebook profitiert davon", zitiert der Bericht die Demokratin.

Die Betrüger-Gruppe, die vor etwa zwei Jahren entstand und deren Spur bis nach Tel Aviv führt, kontaktierte mehrere populäre rechtsgerichtete Facebook-Seiten. Die Mitglieder gaben sich als jemand aus, der ihre Ansichten teilt und Interesse daran hat, für sie Inhalte zu produzieren. Sobald sie Zugang zu den Seiten hatten, veröffentlichten sie auf ihnen reißerische Meldungen über Muslime und besonders Ilhan Omar, weil diese besonders viele Klicks garantierten.

Über 1.000 Artikel pro Woche

Laut dem Bericht generierte das Netzwerk pro Woche mehr als 1.000 Fake-News-Artikel, die zu Websites außerhalb von Facebook führten und mit Werbung überfüllt waren. Die Betrüger profitierten dabei von den Werbeeinnahmen, die durch die vielen Aufrufe entstanden. Alleine im Oktober 2019 veröffentlichte das Netzwerk fast 5.700 Beiträge, die etwa 850.000 Mal geteilt, geliked oder kommentiert wurden.

Facebook zufolge wurden mittlerweile mehrere "finanziell motivierte" Seiten gelöscht. Diese Inhalte würden gegen die Richtlinien verstoßen und würden von der Plattform entfernt werden. Kritiker sehen Facebook als zu inaktiv bei Hetzkampagnen, die nicht nur Betrügern Profit bringen, sondern auch Hass und Radikalisierung bei Usern verstärken.

(Ende)
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