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pte20190911010 Unternehmen/Finanzen, Politik/Recht

EZB quält Banken mit stärkeren Negativzinsen

Finanzpolitik soll Kreditvergaben steigern - Laut Darlehensgebern jedoch die falsche Strategie


EZB in Frankfurt fährt Kurs der Negativzinspolitik (Foto: pixabay.com, Bru-nO)
EZB in Frankfurt fährt Kurs der Negativzinspolitik (Foto: pixabay.com, Bru-nO)

Frankfurt am Main (pte010/11.09.2019/11:30) - Die Europäische Zentralbank (EZB) http://ecb.europa.eu treibt die Zinsen für Banken in ein Minus von mindestens 0,5 Prozent. Damit verfolgt die Institution weiterhin eine von Banken scharf kritisierte Negativzinspolitik. Deren Ziel ist es, Kredite für Unternehmen und Haushalte leistbarer zu machen und damit das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.

Kosten laut EZB "Peanuts"

"Diese Zinspolitik ist eine enorme Belastung. Langfristig ruinieren diese Niedrigzinsen das Finanzsystem", kritisierte zum Beispiel Deutsche-Bank-CEO Christian Sewing erst vergangene Woche auf einer Pressekonferenz in Frankfurt. Die Deutsche Bank http://deutsche-bank.de warnt davor, dass die Negativzinspolitik der EZB in diesem Jahr zu hohen Verlusten führen wird.

Trotz des Widerstandes der Banken bleibt die EZB bei ihrer Strategie, die sie schon seit fünf Jahren verfolgt. Ziel ist es, einen finanziellen Stimulus enstehen zu lassen, der den Auswirkungen des Brexit und des Protektionismus der USA entgegenwirken soll. Sowohl die Deutsche Bank als auch die Schweizer UBS Group http://ubs.com bereiten sich indes auf negative Auswirkungen auf ihre Profitabilität vor. Der Vorstand der EZB zeigt sich dagegen zuversichtlich, dass die Negativzinspolitik die Kreditgeber relativ wenig kosten wird. Vorstandsmitglied Benoit Coeure meint laut "Bloomberg" sogar, es würde sich nur um "Peanuts" handeln. Die Vergabe von mehr Krediten würde die Kosten wieder aufwiegen.

Strategie des Systems "Tiering"

EZB-Präsident Mario Draghi überlegt jedoch, Banken mit anderen Maßnahmen zu entlasten. Beispielsweise könnten einige davon von den Kosten befreit werden. Diese Strategie nennt sich "Tiering System" und kommt bereits bei der Schweizerischen Nationalbank zum Einsatz. "Solche Verbesserungen sind nötig, um die schädlichen Auswirkungen zu mildern. Aber sie lösen nicht das grundlegende Problem", meint Sewing.

Wirtschaftsforscher warnen vor den Auswirkungen der Negativzinspolitik, die auf lange Sicht verheerende Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft haben könnten. Eine kürzliche Studie der University of Bath hat gezeigt, dass der Mangel an Kreditwachstum durch negative Zinsen alle kurzfristigen Vorteile zunichte machen würden (pressetext berichtete: http://pte.com/news/20190902002 ).

(Ende)
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