pte20230217015 in Leben

Eisentod als Schlüssel für neue Krebstherapie

Unterstützende Maßnahme einer Immunbehandlung gegen Tumore in der Leber an Mäusen getestet


Leber einer kranken Maus, in der sich viele Tumore gebildet haben (Foto: Fabian Finkelmeier, kgu.de)
Leber einer kranken Maus, in der sich viele Tumore gebildet haben (Foto: Fabian Finkelmeier, kgu.de)

Frankfurt am Main (pte015/17.02.2023/10:32)

Forscher der Goethe-Universität Frankfurt am Main, des Georg-Speyer-Hauses und des Universitätsklinikums Frankfurt sehen den sogenannten Eisentod (Ferroptose) als unterstützende Maßnahme einer Immuntherapie gegen Leberkrebs, mit dem der Körper kranke, defekte oder überflüssige Zellen abtötet. Experimente mit Mäusen im Labor hätten positive Ergebnisse geliefert.

Dreierkombination verabreicht

Laut den Wissenschaftlern ist die neue Kombinationstherapie auch gegen Darmkrebsmetastasen in der Leber wirksam. Verabreichten die Experten erkrankten Mäusen eine Dreierkombination aus einem Ferroptose-Aktivator, einem Immun-Checkpoint-Blocker und einer Substanz, die verhindert, dass Myeloide Suppressorzellen angelockt werden, wurde das Wachstum der Lebertumore deutlich reduziert.

In weiteren Tests an Mäusen haben die Frankfurter Wissenschaftler zudem festgestellt, dass die Kombinationstherapie auch die Zahl der Lebermetastasen reduziert hat, die von einem streuenden Darmtumor stammten. Der Darmtumor selber sprach allerdings nicht auf die Kombinationstherapie an, heißt es.

Eine Allzweckwaffe gegen Krebs

"Offenbar ist die Kombinationstherapie von der Mikroumgebung der Leber abhängig und hängt nicht vom Ursprung des Krebses ab. Dies deutet darauf hin, dass unsere Kombinationstherapie bei Lebermetastasen jeder Krebsart wirksam sein könnte", unterstreicht Erstautor Fabian Finkelmeier vom Universitätsklinikum Frankfurt.

"Mit dieser neuen Kombinationstherapie greifen wir das Immunsystem von drei Seiten an. Zunächst machen wir die tumorbekämpfenden T-Zellen reaktiv gegenüber den Tumorzellen. Dann beseitigen wir die Hindernisse, denen die tumorbekämpfenden T-Zellen gegenüberstehen: die Suppressionszellen und die Abschirmung durch PD-L1", ergänzt die zweite Erstautorin Claire Conche vom Georg-Speyer-Haus.

(Ende)
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