Diabetes: Cholesterinsenkung schützt vor Herzinfarkt
Zusätzliche Gabe von Evolocumab wurde in Studie von Mass General Brigham erfolgreich getestet
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Herzinfarkt: Neuer Ansatz zur Prävention (Foto: Tumisu, pixabay.com) |
Boston (pte014/30.03.2026/10:40)
Eine intensive cholesterinsenkende Behandlung mit Evolocumab verringert bei Hochrisikopatienten mit Diabetes das Risiko von schweren kardiovaskulären Ereignissen. Zu diesem Ergebnis ist eine jüngst publizierte Studie des krankenhausbasierten Forschungsunternehmens Mass General Brigham gekommen.
Bei den Probanden lag keine bekannte Atherosklerose (Verkalkung der Arterien) vor. Laut Ko-Autor Nicholas A. Marston wurde seit einem Jahrzehnt eine derartige Behandlung nur bei Patienten vorgenommen, die eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hatten. Der neue Ansatz sollte die Prävention von Herzinfarkten, Schlaganfällen und Herzerkrankungen bei Patienten ohne Atherosklerose endgültig verändern.
60 Prozent weniger LDL-C
Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleiben weltweit die führende Todesursache. Die Senkung des LDL-Cholesterins gilt als die führende Strategie zur Verringerung des Risikos. Evolocumab, ein potenter PCSK9-Hemmer, verringert das LDL-C um rund 60 Prozent und unterstützt die Wirkung der Statine. Derzeit erhalten Patienten ohne Atherosklerose aber mit einem hohen Risiko häufig Statine, wenn sie überhaupt cholesterinsenkende Medikamente bekommen.
Die US-Wissenschaftler analysierten mit 3.655 Patienten eine Untergruppe von Teilnehmenden an der randomisierten Studie VESALIUS-CV, ob Evolocumab Herz-Kreislauf-Ereignisse verhindern konnte. Diese Personen verfügten über keine signifikante Atherosklerose, litten aber unter Diabetes mit einem hohen Risiko. Eine derartige Erkrankung bestand mindestens seit zehn Jahren, erforderte die tägliche Gabe von Insulin oder es handelte sich um Diabetes gemeinsam mit einer mikrovaskulären Erkrankung, also um eine Funktionsstörung der kleinsten Blutgefäße.
Wirkung nachgewiesen
Die Teilnehmenden erhielten alle zwei Wochen eine Injektion mit Evolocumab oder ein Placebo. Alle Patienten bekamen weiterhin die standardmäßige Behandlung zur Senkung des Cholesterins mit Statinen und dem Cholesterin-Resorptionshemmer Ezetimib. Die mit Evolocumab behandelten Personen erzielten während der Studie wesentlich geringere Cholesterinwerte. Nach 48 Wochen waren die mittleren LDL‑C um rund 51 Prozent niedriger. Sie sanken von 111 mg/dL auf 52 mg/dL. Diese Forschungsergebnisse wurden im Fachmagazin"JAMA" veröffentlicht.
Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von fast fünf Jahren verfügten, die zusätzlich mit Evolocumab behandelten Patienten über ein um 31 Prozent geringeres Risiko eines ersten schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignisses. Dazu zählen der Tod aufgrund einer koronaren Herzerkrankung, ein Herzinfarkt oder ein ischämischer Schlaganfall. In diesem Zeitraum lag die Ereignisrate bei den behandelten Patienten bei fünf Prozent. Bei jenen, die das Blindpräparat erhalten hatten, war dieser Wert mit 7,1 Prozent deutlich höher. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten bei beiden Patientengruppen auf. Die Forscher gehen daher davon aus, dass diese Behandlung gut vertragen wurde.
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