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Oesterreichische Vereinigung für Qualitätssicherung (ÖVQ)

Ansprechpartner: Dr. Wilfried Seywald, email: <A HREF=mailto:temmel@seywald.co.at>temmel@seywald.co.at</A>, Tel. 01/4


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pts19980318012 in Business

Der Unternehmer als Wissensmanager

Knowledge Management wird zunehmend als Produktionsfaktor anerkannt


Wien (pts012/18.03.1998/19:02)

Österreichs Unternehmer sitzen die Wissensschätzen, die ein gewaltiges Entwicklungspotential für die Zukunft haben. Vom richtigen Management dieser Ressourcen wird es abhängen, ob sie den Sprung ins nächste Jahrtausend schaffen, sagt Blaise Rédei, einer der führenden Knowledge Management Denker in Österreich. Er startet jetzt einen Lehrgang für Wissensmanagement bei der Österreichischen Vereinigung für Qualitätssicherung (ÖVQ).

Nach den großen Erfolgen der noch relativ jungen Managementaufgabe in den USA und Großbritannien setzen auch in Europa immer mehr Führungskräfte auf strukturiertes und organisiertes Wissensmanagement. Derzeit herrscht bei vielen Unternehmen aber noch große Unsicherheit, wie sie die Ressource Wissen als Quelle künftiger Prosperität und Grundlage nachhaltigen gesunden Wirtschaftens nutzen können.

Ist Wissen bereits Teil der Geschäftspolitik?
So haben bei einer kürzlich im Managermagazin veröffentlichten Umfrage unter 90 deutschen Firmen verschiedener Größe und quer durch alle Branchen die Hälfte angegegeben, daß nur 20 bis 40 Prozent des internen Wissens tatsächlich genutzt würde. Die andere Hälfte hofft, daß 60 bis 80 % ihres geistigen Kapitals tatsächlich eingesetzt werden. Aber selbst diese Annahmen entpuppen sich bei genauerer Betrachtung als reine Spekulation, denn zwei Drittel der Befragten gaben gleichzeitig zu, keinen umfassenden Überblick über das in ihrem Unternehmen vorhandene Wissen zu haben.

"Der planlose Umgang der deutschen Firmenlenker mit der Ressource Wissen ist geradezu erstaunlich", meint die Zeitschrift. Denn gleichzeitig rechnet schon jetzt die Mehrheit der Befragten dem Produktionsfaktor Wissen einen Anteil von 60 bis 80 Prozent an der Gesamtwertschöpfung zu.

Wissensmanagement als Teil der Unternehmenskultur
Rédei setzt auf softwarunterstütztes Wissensmanagement, um die Innovationskraft von Unternehmen zu steigern, neue Märkte und Kunden zu erschließen und gleichzeitig die Kosten- und Leistungsstrukturen in den Griff zu bekommen. Wissen soll als eigenständige Ressource eingesetzt und wiederverwertbar gemacht werden, meint der Systemanalytiker und gelernte Philosoph.

"Ein Hochlohnland wie Österreich muß in Zeiten der Globalisierung auf die einzige Ressource setzen, die sich bei ihrer Nutzung vermehrt", ist der gebürtige Ungar überzeugt, "zumal wir in Zukunft lernen müssen, intelligent zu wachsen." Wesentlich sei dabei die gesteuerte Wissensteilung und eine Unternehmenskultur, die die Bereitschaft jedes Mitarbeiters fördert, zum Gesamtwissen einer Organisation beizutragen.

Sokratisches Denken gefordert
Für Rédei beruht das unternehmerische Handeln von Führungskräften auf einer Unzahl von (oft nicht gesicherten) Annahmen. Eine Voraussetzung für die Managementtätigkeit sei es daher festzustellen, welche Annahmen unbewußt gesetzt werden. Denn gerade die Verkettung von falschen Annahmen kann Unternehmen sehr teuer zu stehen kommen. "Durch gezieltes Haushalten mit den Annahmen in einer Organisation könnten viele Managementfehler vermieden werden", ergänzt Co-Referent Manfred Blachfellner, der als Controller bei der ÖIAG praktische Erfahrungen mit Knowledge Management gesammelt hat.

Wissen ist Macht
Das Überwinden der Einstellung, daß gehortetes Wissen Macht bedeutet, ist für Blachfellner eine Herausforderung. "Auch Hierarchien und über Jahrzehnte eingeübtes Kästchendenken sowie mitunter auch eine überholte Unternehmenskultur können den Fluß des Wissens aufstauen", sagt er. "Wer aber einmal erlebt hat, wie sehr er selbst durch die Teilnahme an Wissensarbeit bereichert wurde, wird sich aktiv am Einreißen der Staumauern beteiligen", ist Blachfellner überzeugt.

Beruf der Zukunft: Wissensmanager
Um das intellektuelle Kapital eines Unternehmens besser zu nutzen, werden schon in vielen angelsächsischen Firmen "Wissensmanager" eingesetzt. Rédei und Blachfellner haben ein Anforderungsprofil für Wissenmanager erarbeitet. Ihnen zufolge sollten an dieser Aufgabe interessierte Manager vor allem dialogfähig sein, an Lernprozessen der Mitarbeiter mitwirken und ausgezeichnete Kommunikatoren sein. Erfahrungen auf Gebieten wie Informations-, Projekt- und Qualitätsmanagement oder der Personalentwicklung sind von Vorteil.

Rédei hat außerdem Software-Module für den Einsatz von Wissensmanagement entwickelt, die unter der Trademark "Axiomata" angeboten werden. Für die neuen Kurse der ÖVQ zum Thema Knowledge Management wird rege Nachfrage erwartet.

Fotohinweis: Blaise Rédei
Information: ÖVQ, Ing. Viktor Seitschek, Gonzagagasse 1/24, 1010 Wien, Tel. 01/533 30 52, Fax 533 30 55, http://www.oevq.co.at/oevq/ (Ende)
Aussender: Oesterreichische Vereinigung für Qualitätssicherung (ÖVQ)
Ansprechpartner: Dr. Wilfried Seywald, email: <A HREF=mailto:temmel@seywald.co.at>temmel@seywald.co.at</A>, Tel. 01/4
Website: www.oevq.co.at/oevq/
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