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pts20260831028 in Leben

Damit Lernen in Fluss kommt: PH NÖ begleitet 277 neue Lehrpersonen beim Start in den Schuldienst


Baden (pts028/31.08.2026/16:45)

Am 31. August 2026 wurde an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich (PH NÖ) die Induktionswoche für das Schuljahr 2026/27 eröffnet. Diese bietet 277 neuen Lehrpersonen einen gemeinsamen Denk- und Erfahrungsraum für ihren Eintritt in den Schuldienst. Im Mittelpunkt stehen die Verantwortung professionellen Handelns, die Bedeutung kollegialer Begleitung und die Frage, wie aus Wissen, Erfahrung und Beziehung pädagogische Wirksamkeit erwachsen kann. PH-NÖ-Rektor Bernd Langensteiner heißt die neuen Lehrpersonen an der PH NÖ willkommen. Seine Rede bildet den Auftakt zu einer Woche, die fachliche Orientierung mit persönlicher Ermutigung und professioneller Gemeinschaft verbindet.

Johannes Dammerer, der die Induktionswoche verantwortet, richtet den Blick über die ersten Tage des Berufseinstiegs hinaus und ermutigt die neuen Lehrpersonen, den eigenen schulischen Wirkungsraum zu finden, in dem fachliche Kompetenz, persönliche Haltung und pädagogische Verantwortung auf besondere Weise zusammenfinden. Die PH NÖ, so seine zentrale Botschaft, bleibt an der Seite der Lehrpersonen – in Ausbildung, Fort- und Weiterbildung. "Es gibt für jeden und jede von Ihnen die Schule, an der Sie maximal wirksam werden können", so Dammerer.

Professionelles Handeln

Die Induktionsphase schafft einen professionellen Rahmen für fachlichen Austausch, kollegiale Rückmeldung und die Bereitschaft, aus Gelungenem ebenso zu lernen wie aus dem, was noch nicht gelungen ist. Ob pädagogisches Handeln junge Menschen tatsächlich erreicht, ermutigt und in ihrer Entwicklung stärkt, zeigt sich in der konkreten Begegnung: In seiner Eröffnungsansprache bringt Rektor Bernd Langensteiner diesen Anspruch prägnant auf den Punkt: "Professionelles Handeln beginnt bei der Absicht und bewährt sich an der Wirkung." Entscheidend ist daher nicht allein, was vermittelt werden sollte, sondern was tatsächlich angekommen ist und wen es erreicht oder ermutigt hat. Expertise entstehe dort, wo Geschehenes aufmerksam wahrgenommen, befragt, mit Wissen verbunden und zum Ausgangspunkt veränderten Handelns würde, betonte er. Professionalität bedeute nicht, für jede Situation bereits eine fertige Antwort bereitzuhalten: Sie zeige sich darin, genau hinzusehen, begründet zu entscheiden und das eigene Handeln immer wieder neu zu befragen, so Langensteiner.

An Möglichkeiten heranführen

Das lateinische Verb inducere, von dem sich der Begriff Induktion ableitet, meint hineinführen, heranführen, einen Zugang eröffnen: Pädagogisches Führen bedeutet jedoch weder, junge Menschen auf vorgezeichnete Bahnen zu lenken, noch ihren Weg für sie vorwegzugehen. Es bedeutet, Orientierung zu geben, Welt zugänglich zu machen und eine Wegstrecke zu begleiten. Lehrpersonen führen Kinder und Jugendliche in eine bereits bewohnte Welt hinein: in Sprache und Zahl, Natur und Geschichte, Kunst und Technik, Regeln und Freiheit. Sie eröffnen Perspektiven, machen Zusammenhänge sichtbar und schaffen Bedingungen, unter denen junge Menschen den Mut entwickeln können, selbst zu denken, zu urteilen und zu handeln.

Rektor Bernd Langensteiner verdichtet diesen Bildungsauftrag in einem zentralen Gedanken: "Das ist vielleicht die tiefste Form des inducere: Menschen an Möglichkeiten heranzuführen, die sie ergreifen können – und manchmal an Werte, die ihrerseits sie ergreifen." Pädagogische Verantwortung bedeutet für Langensteiner demnach, jungen Menschen die Welt so zu erschließen, dass Orientierung nicht zur Festlegung wird, sondern ihnen die Freiheit lässt, den eigenen Platz darin zu finden. Lernen kommt dort in Fluss, wo junge Menschen nicht auf vorgegebene Antworten festgelegt, sondern an Möglichkeiten herangeführt werden – und wo professionelles Handeln bereit ist, sich nicht allein an seiner Absicht, sondern an seiner Wirkung messen zu lassen, betont er.

Ein Anfang mit nachhaltiger Wirkung

Die Eröffnung am 31. August 2026 setzt den ersten Impuls für eine Induktionswoche, die fachliche Orientierung, praktische Unterstützung und gemeinsame Reflexion miteinander verbindet. Im Verlauf der Woche befassen sich die Teilnehmenden, begleitet von Lehrenden, Mentorinnen und Mentoren sowie weiteren Fachpersonen, mit zentralen Fragen und Herausforderungen des schulischen Alltags:

Die Induktionswoche markiert damit den Beginn eines professionellen Weges, auf dem Erfahrungen reflektiert werden und pädagogische Haltung im täglichen Handeln Gestalt annimmt – ein Anfang, der bewusst über sich selbst hinausweist.

(Ende)
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