Demokratiebildung im Fokus: Im Gespräch mit Bildungsminister Christoph Wiederkehr
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(Mitte) Christoph Wiederkehr, Paul Tarmann u.a. / Fotocredit: © 2026psb/ckollerics
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Baden (pts032/30.04.2026/17:30)
Am 28. April 2026 war Bundesminister für Bildung Christoph Wiederkehr an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich (PH NÖ) in Baden zu Gast. Im Zentrum der Veranstaltung "Demokratiebildung als Zukunftsaufgabe aller Bildungseinrichtungen" stand die Frage, wie demokratische Kompetenzen nachhaltig gestärkt und im Bildungssystem verankert werden können.
Demokratie beginnt im Alltag
Die Veranstaltung machte deutlich, dass Demokratie nicht erst in politischen Institutionen beginnt, sondern im täglichen Miteinander entsteht – im Zuhören, im respektvollen Dialog und in der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Gerade Bildungseinrichtungen kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Sie sind Orte, an denen nicht nur Wissen vermittelt wird, sondern demokratisches Handeln erfahrbar wird und junge Menschen lernen, ihre Rolle in einer pluralistischen Gesellschaft aktiv zu gestalten.
Neben Bundesminister Christoph Wiederkehr nahmen auch Vertreter*innen der Stadtgemeinde Baden an der Veranstaltung teil. In Vertretung von Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli war Gemeinderätin Judith Händler anwesend. Ebenso nahm Otto Wolkerstorfer, Leiter der Geschäftsgruppe Bildung und Abteilungsleiter Kindergärten, Schulen und Bildung, an der Veranstaltung teil. Damit wurde sichtbar, wie eng Bildung, Politik und regionale Verantwortung miteinander verbunden sind, wenn es um die Weiterentwicklung demokratischer Strukturen und gesellschaftlicher Teilhabe geht.
Das Fundament entsteht im Verborgenen
Paul Tarmann, Hochschulprofessor für Menschenrechtspädagogik, eröffnete die Veranstaltung mit einleitenden Worten und richtete den Blick auf die grundlegende Bedeutung der täglichen Bildungsarbeit. Er betonte: "Ein Haus ohne stabiles Fundament wird über kurz oder lang in sich zusammenstürzen." Mit Nachdruck verwies er auf die oft unsichtbare Dimension pädagogischer Arbeit: "Das Fundament zu legen ist etwas, was im Verborgenen geschieht – Tag ein Tag aus, in der täglichen Arbeit als Pädagoginnen und Pädagogen …" Damit rückte er die kontinuierliche Arbeit im Bildungsalltag ins Zentrum und machte klar, dass Demokratiebildung kein punktuelles Ereignis ist, sondern ein langfristiger Prozess, der im täglichen Handeln verankert ist.
Bildung als Motor der Demokratie
Vizerektorin Edda Polz knüpfte daran an und vertiefte die Perspektive auf die Rolle der Bildung. In ihrem Beitrag stellte sie klar: "Demokratiebildung … ist nicht etwas, das bezeugt, verankert wird, wie etwa in einem Reisepass." Mit einem prägnanten Leitsatz brachte sie die Bedeutung von Bildung auf den Punkt: "Education is the engine of democracy." Sie betonte, dass Bildungseinrichtungen Räume schaffen müssen, in denen demokratische Werte nicht nur vermittelt, sondern gelebt werden – als Teil der täglichen Praxis, als Haltung und als zentrale Aufgabe pädagogischer Arbeit.
Bildung als Antwort auf gesellschaftliche Herausforderungen
Im Zentrum der Veranstaltung stand die Keynote von Christoph Wiederkehr, der die Diskussion in einen größeren gesellschaftlichen Kontext stellte. Er machte deutlich, dass demokratische Systeme von aktiver Beteiligung leben und verwies auf aktuelle Entwicklungen im Bildungssystem. Besonders eindrücklich formulierte er die zentrale Chance, die in der jungen Generation liegt: "Schülerinnen und Schüler wollen mehr mitreden, sie wollen gehört werden, sie wollen sich einbringen, und das ist die wichtige Ressource, an der wir anknüpfen können …" Er betonte, dass es Aufgabe des Bildungssystems sei, diese Bereitschaft aufzugreifen und jungen Menschen echte Beteiligungsmöglichkeiten zu eröffnen. Bildung müsse dabei weit über reine Wissensvermittlung hinausgehen und insbesondere kritisches Denken sowie die Fähigkeit zur gesellschaftlichen Mitgestaltung fördern. Mit Nachdruck formulierte der Minister seine zentrale bildungspolitische Botschaft: "Die beste Antwort darauf, auf diese Entwicklung, ist aus meiner Sicht Bildung, Bildung und noch mal Bildung." Seine Ausführungen machten deutlich, dass Demokratiebildung eine zentrale Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit demokratischer Gesellschaften darstellt.
Forschung und Praxis im Austausch
Im Anschluss präsentierten Lehrende und Forschende der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich ausgewählte Projekte und aktuelle Forschungsperspektiven zur Demokratiebildung. Die Beiträge zeigten eindrucksvoll die Bandbreite der Zugänge und machten sichtbar, wie Demokratiebildung in unterschiedlichen Bildungsbereichen konkret umgesetzt wird. Die anschließende Podiumsdiskussion sowie eine offene Fragerunde boten Raum für vertiefende Gespräche und fachlichen Austausch. Dabei wurde deutlich, wie wichtig der Dialog zwischen Wissenschaft, pädagogischer Praxis und Bildungspolitik für die Weiterentwicklung demokratischer Bildung ist.
Vielfältige Perspektiven aus Forschung und Lehre
Ein zentrales Merkmal der Veranstaltung war die sichtbare Expertise der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich selbst. Lehrende und Forschende brachten ihre Perspektiven ein und zeigten, wie breit und fundiert Demokratiebildung in Forschung und Lehre verankert ist. Trotz unterschiedlicher Zugänge und Perspektiven wurde ein klarer roter Faden erkennbar: Demokratiebildung als verbindendes Element, das sich konsequent durch Forschung und Lehre der Institution zieht. Gerade diese Verbindung aus inhaltlicher Klarheit und Vielfalt prägte die Qualität der Veranstaltung.
Ein klares Signal für die Zukunft
Damit wurde sichtbar, dass die Pädagogische Hochschule Niederösterreich zentrale Zukunftsthemen aus Forschung und Lehre heraus in die Praxis überführt. Die Veranstaltung setzte ein klares Zeichen für die Bedeutung der Demokratiebildung und unterstrich die Rolle der PH NÖ als prägende Stimme im Bildungsbereich.
(Ende)| Aussender: | Pädagogische Hochschule Niederösterreich |
| Ansprechpartner: | Martina Raab |
| Tel.: | +43 660 1807025 |
| E-Mail: | martina.raab@ph-noe.ac.at |
| Website: | www.ph-noe.ac.at |
