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27.10.2020 - 10:30 | pressetext.redaktion
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pte20200629020 Auto/Verkehr, Bildung/Karriere

Corona: Conti erwägt Senkung der Arbeitszeit

Weltweiter Produktionseinbruch Bedrohung für Jobs - Konzern will Flaute überbrücken


Conti-Reifen: Konzern erwägt Senkung der Arbeitszeit (Foto: continental.com)
Conti-Reifen: Konzern erwägt Senkung der Arbeitszeit (Foto: continental.com)

Hannover (pte020/29.06.2020/12:30) - Der deutsche Autozulieferer Continental http://continental.com erwägt aufgrund des Produktionseinbruchs der weltweiten Automobilindustrie durch die Coronavirus-Krise, die kollektive Arbeitszeit zu verringern. Laut einem Bericht des "Handelsblatt" will der Reifenhersteller dadurch und mit finanzieller Unterstützung durch den Staat eine massive Entlassungswelle verhindern.

Senkung als "Coronabrücke"

"Im Vorstand suchen wir nach Möglichkeiten, eine Art 'Coronabrücke' zu bauen, mit der wir das Unternehmen wirtschaftlich gesund bis in das Jahr 2025 führen können. Eine Idee könnte sein, die Arbeitszeit kollektiv abzusenken, was tarifvertraglich auch möglich wäre. In einem solchen Fall wäre insbesondere für die niedrigen Tarifgruppen eine Aufstockung durch die Bundesagentur für Arbeit erstrebenswert", zitiert das "Handelsblatt" Ariane Reinhart, Personalvorständin bei Continental.

Prognosen von Experten zufolge wird die weltweite Autoproduktion im Jahr 2020 auf etwa 70 Mio. Fahrzeuge einbrechen. Noch im Jahr 2018 lag sie bei 98 Mio. Autos. Aufgrund von massiven Überkapazitäten sind viele Standorte und Jobs in Gefahr. Die Flaute könne bis ins Jahr 2025 andauern. Die Kurzarbeit ist keine dauerhafte Lösung, denn die Bedingungen für das Kurzarbeitergeld erschweren strukturelle Veränderungen wie gezielten Stellenabbau.

Gewerkschaften skeptisch

Continental will deswegen mit seinen Sozialpartnern über die mögliche Senkung der Arbeitszeit sprechen. "Was wir als Unternehmen brauchen, ist ein neuer kollektiver und branchenübergreifender Ansatz hinsichtlich der Flexibilität bei den Arbeitszeiten", so Reinhart. In absoluten Notsituationen erlaubt der Tarifvertrag eine Senkung der Arbeitszeit um bis zu 20 Prozent.

Die beiden Gewerkschaften bei Continental, die IG BCE und die IG Metall, stehen dem Vorschlag skeptisch gegenüber. Bei einer Senkung der Arbeitszeit zeigen Lohneinbußen anders als bei der Kurzarbeit ihre volle Wirkung. Für die Arbeitnehmervertretung hat die Kurzarbeit deshalb immer noch Priorität. Die Verringerung der Arbeitszeit sei ein letztes Mittel und dürfe nur zeitlich begrenzt eingesetzt werden. Auch müsste sie mit Sicherheiten für die Angestellten einhergehen.

(Ende)
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