pte19980313024 in Business
Computer zerstören Familie
Egoismus wird gefördert, Miteinanderleben immer seltener.
London (pte) (pte024/13.03.1998/15:09)
Die Menschen werden gemäß dem sogenannten Flynn-Effekt http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/buch/2277/1.html von Generation zu Generation zwar intelligenter, aber sie werden auch, wie eine von der Fakultät für Sozialpsychologie der London School of Economics http://cep.lse.ac.uk durchgeführte Studie feststellt, immer materialistischer und individualistischer. Die Sunday Times http://www.sunday-times.co.uk hat Teile dieser Studie vorgestellt.Für die Studie mit dem Namen "Himmelweit 2" - der Himmelweit-Bericht 1958 untersuchte den Einfluß des Fernsehens auf Kinder - wurden über 10.000 Kinder im Alter zwischen 6 und 16 Jahren nach ihrem Lebenstil und Medienkonsum befragt. Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern sind die englischen Kinder nach der Studie materialistischer und egoistischer als alle anderen.
Nur noch 26 Prozent der 15- und 16-jährigen halten ein "glückliches Familienleben" für das Wichtigste im Erwachsenenleben, bei den Italienern sind es immerhin noch 51 Prozent und bei den Schweden 43 Prozent. Höher im Wert steht mit 34 Prozent ein interessanter Job, was für die Italiener mit 15 und die Schweden mit nur 11 Prozent nicht gar so wichtig zu sein scheint.
Einen eigenen Fernseher und andere elektronische Geräte wie Stereoanlagen, Computer oder PlayStations zu besitzen, scheint hingegen zur Lebensnotwendigkeit oder immerhin zur Selbstverständlichkeit geworden zu sein.
Staat beginnt in die Erziehung einzugreifen
In den USA werden demnächst die technischen Standards und Beurteilungskriterien des V-Chips http://www.fcc.gov/vchip für das Fernsehen festgelegt. Wenn die Kinder schon so viele Fernseher zur eigenen Verfügung haben und die Eltern arbeiten müssen, sie also mit den Medien alleine gelassen werden, dann sollen sie wenigstens nur sehen können, was "gut" ist. Der V-Chip blockiert automatisch Sendungen, die eine bestimmte Einstufung haben. Der Staat entscheidet, was gut oder böse ist. Daß somit ein schwerer Eingrif in die Erziehung getätigt wird, scheint die US-Bevölkerung weniger zu stören.
Internetsucht - ein bekanntes Thema
Bei einer in Kanada geführten Studie der kanadischen Zeitung The Globe and Mail unter dem Motto: Information Highway and Canadian Communication Household Wave I Survey http://www.theglobeandmail.com, sagte die überwiegende Mehrheit der Befragten, sie würde jemanden kennen, der soviel Zeit im Internet oder mit dem Computer verbringt, daß es das Familienleben negativ beeinflußt.
Fazit aller Studien: Die durch die elektronischen Hilfsmittel erzielte Unterhaltung, Individualisierung und Erleichterung - man denke an das virtuelle Arbeitszimmer - hat auch seine Tücken und die jüngere Generation ist eine Meßlatte für mögliche Auswirkungen. (telepolis) (Ende)
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