Britische Wasserversorger "ökologisch insolvent"
Forschungsbericht stellt miserables Zeugnis aus und ist für Verstaatlichung ohne Entschädigung
Ely/Sheffield (pte005/03.07.2023/06:15)
Eine Studie von Richard Murphy vom Corporate Accountability Network und der Universität Sheffield befindet die britischen Wasserversorger für unfähig, 260 Mrd. Pfund für die Beseitigung von Abwasserverschmutzungen aufzubringen. Sie seien "umweltpolitisch insolvent", da sie nicht über die Mittel verfügten, diesen nötigen Betrag aufzubringen.
Unzureichende Schätzungen
Murphy empfiehlt eine Verstaatlichung ohne Entschädigung und die Aufbringung der Mittel durch steuerfreie staatliche Anleihen für die Öffentlichkeit sowie höhere Gebühren für starke Wasserverbraucher. Der Bericht hat die Bilanzen von neun großen Wasserunternehmen analysiert und kommt zu dem Schluss, dass deren Schätzung, über einen Zeitraum von sieben Jahren zehn Mrd. Pfund zu benötigen, um die Abwassereinleitungen zu beenden, unzureichend ist. Auch die vom Umweltministerium angegebene Summe von 56 Mrd. Pfund für 27 Jahre sei zu niedrig angesetzt. Zutreffender sei eine Schätzung des Oberhauses von 260 Mrd. Pfund als Investition.
Aktuell nehmen in Großbritannien Befürchtungen über die hohe Verschuldung der Wasserversorger zu, wobei die Zukunft von Thames Water besonders besorgniserregend ist. Der größte britische Player versorgt 15 Mio. Kunden in London und den Südosten. Er befindet sich in Notstandsgesprächen mit der Wasseraufsichtsbehörde Ofwat und Ministerien, da er wegen eines möglichen Lochs von zehn Mrd. Pfund in seinen Finanzen besorgt ist, den Betrieb aufrechterhalten zu können.
Investitionsversagen massiv
Laut der Studie zeigen die Bilanzen der neun Wasser- und Abwasserunternehmen, dass sie in den vergangenen 20 Jahren im Schnitt weniger als 4,6 Mrd. Pfund pro Jahr investiert haben. Zudem wurde festgestellt, dass alle diese Investitionen mit geliehenem Geld bezahlt wurden und nichts davon von den Aktionären finanziert worden zu sein scheint. Diese behielten im gleichen Zeitraum alle Gewinne, die die Unternehmen erwirtschafteten, in Form von Dividenden ein und ließen nichts für Reinvestitionen übrig.
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